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    Jane Street von Terra-Insolvenzverwalter wegen Insiderhandel verklagt - Vorwürfe umfassen Front-Running beim UST-Kollaps 2022.

    Jane Street wegen Insiderhandel beim Terra-Kollaps verklagt

    von Redaktion cvj.ch am 24. Februar 2026 News

    Der Insolvenzverwalter von Terraform Labs reichte vor dem Bundesgericht in Manhattan Klage gegen Jane Street ein. Konkret lautet der Vorwurf, die quantitative Handelsfirma habe nicht-öffentliche Informationen genutzt, um beim 40-Milliarden-Dollar-Kollaps von TerraUSD im Mai 2022 Front-Running zu betreiben.

    Todd Snyder, gerichtlich bestellter Administrator der Terraform-Insolvenzmasse, reichte die Klage am 23. Februar 2026 beim US District Court im Southern District of New York ein. Neben Jane Street Group LLC benennt die Klageschrift drei Einzelpersonen: Mitgründer Robert Granieri sowie die Mitarbeiter Bryce Pratt und Michael Huang.

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    Zehn Minuten, 85 Millionen Dollar

    Im Zentrum der Vorwürfe steht ein konkreter Vorgang vom 7. Mai 2022. Um 17:44 Uhr Ostküstenzeit zog Terraform Labs 150 Millionen TerraUSD (UST) aus dem Curve 3pool ab. Weniger als zehn Minuten später entfernte ein mit Jane Street verbundenes Wallet 85 Millionen UST aus demselben Liquiditätspool.

    Laut Klageschrift nutzte Jane Street einen internen Chat-Kanal mit dem Namen "Bryce's Secret" für nicht-öffentliche Informationen. Zwei Tage später, am 9. Mai 2022, startete Mitarbeiter Bryce Pratt eine Gruppennachricht mit Do Kwon und weiteren Jane-Street-Angestellten. Es ging folglich um Gebote auf Bitcoin oder Luna-Token. UST hatte zu diesem Zeitpunkt bereits seinen Dollar-Peg verloren und notierte bei 35 Cent.

    "Jane Street nutzte nicht-öffentliche Informationen für Front-Running-Handel, der den Zusammenbruch von Terraform beschleunigte. Der Missbrauch dieser Informationen ermöglichte es Jane Street, Hunderte Millionen Dollar an potenzieller Exposure zum genau richtigen Zeitpunkt abzuwickeln." - Todd Snyder in der Klageschrift

    On-Chain-Analysen stützen die Vorwürfe. Forscher Igor Igamberdiev von Wintermute identifizierte Jane Street als wahrscheinlichen Besitzer des berüchtigten "Wallet A". Dieses Wallet tauschte 85 Millionen UST gegen USDC und destabilisierte so den Curve Pool. Eine Coinbase-Wallet erhielt unmittelbar danach 84.5 Millionen USDC von "Wallet A". Separate Kreditflüsse legen ebenfalls eine Verbindung nahe: Jane Street lieh sich am 3. Mai 2022 über Clearpool 25 Millionen USDC von BlockTower. Innerhalb von zwei Wochen nach Terras Kollaps zahlte eine verknüpfte Adresse das Darlehen zurück - zuzüglich 10 Millionen Dollar extra.

    Jane Street weist Vorwürfe zurück

    Jane Street reagierte scharf auf die Klage. Ein Sprecher bezeichnete sie als "verzweifelt" und als "transparenten Versuch, Geld zu erpressen". Die Handelsfirma kündigte an, sich entschlossen gegen die Ansprüche zu verteidigen. Die Verluste der Terra- und Luna-Halter seien demnach das Ergebnis eines milliardenschweren Betrugs durch das Management von Terraform Labs.

    Auffällig ist allerdings, dass die Klageschrift geschwärzt eingereicht wurde. Im Gegensatz zur parallelen Klage gegen Jump Trading nennt sie keine spezifische Schadenssumme. Finanzielle Details bleiben damit vorerst unter Verschluss.

    Jane Street handelt seit Ende 2017 mit Kryptowährungen und lancierte 2018 die Plattform JCX für 24/7-Krypto-Trading. Im Mai 2023 zog sich die Firma gemeinsam mit Jump Trading aus dem US-Krypto-Handel zurück. Dennoch behielt Jane Street Krypto-Beteiligungen, darunter ein Investment in Krakens 500-Millionen-Dollar-Finanzierungsrunde und Positionen in Bitcoin-Mining-Unternehmen.

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    Zweite Klage nach Jump Trading

    Die Klage gegen Jane Street folgt einem Muster. Bereits im Dezember 2025 verklagte derselbe Administrator Todd Snyder die Handelsfirma Jump Trading vor dem Bundesgericht in Chicago auf 4 Milliarden Dollar Schadensersatz. Auch dort lauten die Vorwürfe: Marktmanipulation, geheime Deals und Selbstbereicherung.

    Bei Jump Trading wiegen die Vorwürfe noch schwerer. Die Firma soll nämlich bereits im Mai 2021 heimlich den UST-Peg gestützt haben. Gleichzeitig behauptete sie öffentlich, der Algorithmus funktioniere einwandfrei. Jump erhielt Luna-Token zu Discountpreisen von 0.40 Dollar pro Stück. Der Marktpreis stieg danach auf 110 Dollar. Inmitten des Kollapses übertrug die Luna Foundation Guard etwa 50'000 Bitcoin an Jump Trading - ohne schriftliche Vereinbarung.

    Jump Trading wies die Vorwürfe ebenfalls zurück und nannte die Klage einen "verzweifelten Versuch von Terraform Labs, Schuld und finanzielle Verantwortung von den Verbrechen wegzuschieben, die Do Kwon begangen hat." Entsprechend verwenden beide Handelsfirmen nahezu identische Verteidigungsstrategien.

    Terraforms langer Niedergang

    Der Kollaps von Terra und Luna im Mai 2022 vernichtete rund 40 Milliarden Dollar an Marktkapitalisierung innerhalb einer Woche. Noch im Januar 2022 galt UST mit einer Marktkapitalisierung von 10 Milliarden Dollar als drittgrösster Stablecoin. LUNA erreichte im April 2022 ein Allzeithoch von 120 Dollar. Zwei Monate zuvor hatte Terraform Labs noch 88 Millionen Dollar in einer Serie-B-Runde eingesammelt.

    Der Kollaps löste eine Kettenreaktion aus. Three Arrows Capital, Voyager Digital und schliesslich FTX brachen in den folgenden Monaten zusammen. Terraform-Gründer Do Kwon floh anschliessend und wurde im März 2023 in Montenegro verhaftet. Im August 2024 bekannte er sich in zwei Anklagepunkten schuldig: Verschwörung zum Betrug und Drahtbetrug. Richter Paul A. Engelmayer verurteilte ihn am 11. Dezember 2025 zu 15 Jahren Freiheitsstrafe.

    "In der Geschichte der Bundesstrafverfolgung gibt es nur wenige Betrügereien, die so viel Schaden angerichtet haben wie Sie, Herr Kwon." - U.S. District Judge Paul A. Engelmayer

    Terraform Labs meldete im Januar 2024 Insolvenz an. Der SEC-Vergleich belief sich auf 4.55 Milliarden Dollar. Kwon hielt 92 Prozent an Terraform Labs. Insgesamt konnte Administrator Snyder bisher rund 300 Millionen Dollar für Gläubiger zurückfordern. Seit März 2025 können geschädigte UST- und Luna-Halter über ein Claims Portal ihre Verlustansprüche einreichen.

    Manhattan-Bundesstaatsanwälte hatten zuvor bereits Telegram-Kommunikation zwischen Jump Trading, Jane Street und Alameda Research untersucht. Es ging um eine mögliche TerraUSD-Rettung und potenzielle Marktmanipulation. Die jetzige Zivilklage knüpft somit an bestehende Ermittlungen an.

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    Redaktion cvj.ch

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