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    AIB und 24 weitere Banken treten dem Euro-Stablecoin-Konsortium Qivalis bei. Damit umfasst die Gruppe 37 Institute aus 15 Ländern.

    Euro-Stablecoin: Konsortium von 37 Banken schliessen sich Qivalis an

    von Redaktion cvj.ch am 20. Mai 2026 News

    Das europäische Banken-Konsortium Qivalis gab die Aufnahme von 25 weiteren Mitgliedern bekannt. Damit umfasst die Gruppe nun 37 Finanzinstitute aus 15 europäischen Ländern. Gemeinsam wollen sie einen MiCAR-konformen Euro-Stablecoin lancieren.

    Unter den Neuzugängen finden sich die Allied Irish Banks (AIB), ABN AMRO, Intesa Sanpaolo, Erste Group, Rabobank, Nordea, Swedbank sowie Handelsbanken. Hinzu kommen die luxemburgische Spuerkeess, die griechischen Häuser National Bank of Greece und Piraeus Bank sowie die spanischen Institute Banco Sabadell, Bankinter, Kutxabank und ABANCA. Der Start des Tokens ist für das zweite Halbjahr 2026 vorgesehen, vorbehaltlich der Genehmigung durch die niederländische Zentralbank.

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    Aufbau und regulatorische Verankerung

    Qivalis B.V. ist in Amsterdam domiziliert. Bei der Nederlandsche Bank (DNB) hat die Gesellschaft eine Lizenz als Electronic Money Institution beantragt und operiert somit innerhalb des Rahmens der Markets in Crypto-Assets Regulation (MiCAR) der Europäischen Union. Der geplante Token soll 1:1 durch Euro gedeckt sein. Mindestens 40 Prozent der Reserven werden in Bankeinlagen gehalten, der Rest in kurzlaufenden Staatsanleihen der Eurozone. Token-Inhaber erhalten eine Rückgabemöglichkeit rund um die Uhr.

    Als Technologiepartner fungiert Fireblocks. Konsortium und Anbieter hatten die Zusammenarbeit am 21. April 2026 bestätigt. Konkret liefert Fireblocks die Tokenisierungsinfrastruktur, das Treasury-Management, die Wallet-Architektur sowie die Integration von AML-, KYC- und Sanktionsprüfungen.

    An der Führungsspitze stehen erfahrene Branchenvertreter. CEO Jan-Oliver Sell war zuvor Managing Director bei Coinbase Germany und arbeitete 18 Jahre im Londoner Finanzsektor. CFO Floris Lugt verantwortete bei ING das Geschäft mit digitalen Vermögenswerten im Wholesale Banking. Den Aufsichtsrat führt Sir Howard Davies, ehemals Chef der britischen Finanzaufsicht FSA und Verwaltungsratspräsident der Royal Bank of Scotland.

    Antwort auf die digitale Dollarisierung

    Der globale Stablecoin-Markt erreichte im Januar 2026 ein Volumen von 305 Mrd. USD. Davon entfallen rund 99 Prozent auf Token in US-Dollar. Euro-denominierte Stablecoins machen lediglich 0.2 Prozent des Marktes aus, mit einem Gesamtvolumen von etwa 649 Mio. USD. Diese Asymmetrie hat in Brüssel und Frankfurt die Debatte um eine strukturelle Abhängigkeit europäischer Unternehmen von US-Infrastruktur befeuert.

    Die grössten Stablecoins bilden alle den US-Dollar ab / Quelle: DeFi Llama

    Auffällig ist die Geschwindigkeit, mit der sich die europäische Bankenlandschaft hinter Qivalis sammelt. BBVA hatte im Februar 2026 ein eigenes Stablecoin-Projekt aufgegeben und schloss sich stattdessen dem Konsortium an. Dieser Schwenk markiert eine Konsolidierung der Industrie weg von Einzelinitiativen hin zu einem Multi-Banken-Modell. Banco Sabadell und Bankinter hatten am 5. Mai 2026 ihre Beitrittsgespräche öffentlich gemacht. Inzwischen sind beide formell Mitglied.

    Sir Howard Davies bezeichnete die Infrastruktur als unabdingbar für die Wettbewerbsfähigkeit Europas in der digitalen Wirtschaft, unter Wahrung der strategischen Autonomie sowie der europäischen Grundsätze zu Datenschutz und Finanzstabilität.

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    Von neun Gründern zu 37 Mitgliedern in acht Monaten

    Qivalis ging am 25. September 2025 mit neun Gründungsbanken an den Start. Beteiligt waren Banca Sella, CaixaBank, Danske Bank, DekaBank, ING, KBC, Raiffeisen Bank International, SEB und UniCredit. BNP Paribas trat am 1. Dezember 2025 als zehntes Mitglied bei. Anfang Februar 2026 folgten BBVA und DZ BANK, womit der Gründerkreis auf zwölf Institute anwuchs.

    Mit den 25 neuen Mitgliedern verteilt sich das Konsortium deutlich breiter über den Kontinent. Vertreten sind grosse Geschäftsbanken aus Spanien, Italien, Frankreich, Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Österreich, Polen, Irland, Griechenland, Luxemburg, Dänemark, Schweden, Finnland und Island. Schweizer Banken fehlen, da die FINMA kein MiCA-Äquivalent kennt und Qivalis seine Lizenzstrategie konsequent an die DNB knüpft. Schweizer Institute könnten den Token allerdings distribuieren, ohne formelles Mitglied zu sein.

    Parallel arbeitet die Europäische Zentralbank an einem digitalen Euro mit geplantem Start um 2029. Qivalis positioniert sich nicht als Konkurrent zur künftigen CBDC, sondern als privatsektorale Ergänzung. Der Token zielt auf Anwendungsfälle wie 24/7-Treasury-Liquidität, atomares Settlement tokenisierter Anleihen und Forderungen sowie grenzüberschreitende Zahlungen ohne Korrespondenzbankennetzwerk. Hinzu kommen programmatische Zahlungen über Smart Contracts. Die bestehenden Euro-Stablecoins EURC von Circle und EURI von Banking Circle und Société Générale verfolgen hingegen einen anderen Ansatz und arbeiten ohne vergleichbares Bankenkonsortium. Bis zum Launch im zweiten Halbjahr 2026 bleibt Qivalis an die Genehmigung der DNB gebunden.

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    Die Redaktion des Crypto Valley Journal berichtet seit 2018 aus Zug, dem Sitz des Schweizer Crypto Valley, über Bitcoin, Krypto, Blockchain und die regulatorische Entwicklung digitaler Vermögenswerte. Hinter der kollektiven Redaktionsstimme steht ein Team aus Autoren mit Hintergrund in Finanzmarkt, Recht und Technologie.

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