Bitcoin (BTC) steigt am Montag in der asiatischen Handelssitzung um bis zu 3.7 Prozent auf 74'416 USD. Damit erreichte die grösste Kryptowährung den höchsten Stand seit Kriegsbeginn am 28. Februar. Ethereum (ETH) stieg sogar um 7.4 Prozent auf 2'287 USD. Solana und XRP legten um 6.2 respektive 4.9 Prozent zu.
Die Erholung fällt zusammen mit ersten Signalen einer Deeskalation im Iran-Konflikt. US-Präsident Trump forderte andere Nationen auf, bei der Wiedereröffnung der Strasse von Hormuz mitzuwirken. Erstmals seit Kriegsbeginn passierten zwei Tanker die strategisch wichtige Wasserstrasse. Gleichzeitig flossen in der vergangenen Woche 763 Millionen USD netto in die zwölf US-gelisteten Spot-Bitcoin-ETFs.
Bitcoin steigt seit Kriegsbeginn stärker als Gold und Aktien
Die Zahlen sind eindeutig. Seit dem Kriegsausbruch am 28. Februar hat Bitcoin mehr als 12 Prozent zugelegt. Gold verlor im gleichen Zeitraum rund 5 Prozent, der S&P 500 etwa 1 Prozent, Silber sogar 9 Prozent. Brent-Rohöl stieg kurzzeitig über 115 USD pro Barrel, angetrieben durch die Blockade der Strasse von Hormuz mit iranischen Minen.
Der Verlauf folgt einem inzwischen bekannten Muster. Beim Kriegsausbruch fiel Bitcoin zunächst um 8,5 Prozent auf rund 63'100 USD. Über 128 Milliarden USD an Krypto-Marktkapitalisierung verdampften innerhalb von Minuten. Doch der Ausverkauf erwies sich als kurzlebig. Bereits Anfang März stabilisierte sich der Kurs bei 66'000 USD und stieg danach in einer Serie höherer Tiefs. Am 7. März lag das Tief bei 68'000 USD. Nach den Tankerangriffen am 12. März hielt der Kurs bei 69'400 USD, nach dem Angriff auf Kharg Island am 14. März bei 70'596 USD.
Erstmals in einem grösseren geopolitischen Konflikt zeigt Bitcoin nämlich über mehr als zwei Wochen eine konsistente Outperformance gegenüber Gold und Silber.

ETF-Zuflüsse zeigen institutionelle Überzeugung
Institutionelle Investoren verstärken ihre Bitcoin-Positionen trotz der geopolitischen Unsicherheit. Die zwölf US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten in der Woche vom 9. bis 13. März Netto-Zuflüsse von 763 Millionen USD. Es war die dritte aufeinanderfolgende Woche mit positiven Zuflüssen. Im gesamten März belaufen sich die Netto-Zuflüsse auf 1.3 Milliarden USD.
BlackRocks iShares Bitcoin Trust (IBIT) dominiert die Zuflüsse. Rund 78 Prozent der Wochenzuflüsse entfielen auf IBIT allein. Am 13. März absorbierte der Fonds 143.6 Millionen USD, etwa 2'040 BTC und entsprechend 80 Prozent aller Tages-ETF-Zuflüsse.
Seit Januar 2024 haben die US-Spot-Bitcoin-ETFs kumuliert über 55 Milliarden USD an Netto-Zuflüssen angezogen. Das gesamte verwaltete Vermögen liegt bei rund 62 Milliarden USD. Parallel lancierte BlackRock am 12. März den iShares Staked Ethereum Trust (ETHB) an der Nasdaq. Es handelt sich um das erste Krypto-ETF des Vermögensverwalters mit integrierter Staking-Rendite.
Historische Parallelen und der Makro-Hedge-Effekt
Das Verhaltensmuster erinnert an den russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022. Auch damals brach Bitcoin zunächst ein, bevor eine schnelle Erholung einsetzte. Auch im Juni 2025 drückten US-Strikes auf Iran Bitcoin kurzzeitig unter 100'000 USD, bevor der Kurs auf 123'000 USD kletterte.
Allerdings unterscheidet sich die aktuelle Situation in einem zentralen Punkt. Vor dem Iran-Krieg hatte der Krypto-Markt bereits erheblich korrigiert. Vom Oktober-Allzeithoch bis Ende Februar vernichtete der Markt rund 800 Milliarden USD an Kapitalisierung. Gehebelte Positionen im Wert von 2.5 Milliarden USD lösten sich in Liquidationen auf. Der Kriegsausbruch traf somit einen bereits bereinigten Markt.
Risikofaktoren und nächste Katalysatoren
Im Options-Markt kaufen Trader aggressiv Call-Optionen auf Strike-Preise von 74'000 und 75'000 USD mit Verfall am 27. März. Gleichzeitig bleibt die Korrelation zwischen Bitcoin und dem S&P 500 mit 0.78 hoch. Ein hawkischer Ton der Federal Reserve könnte die Rallye daher schnell bremsen.
Am 17. und 18. März tagt das FOMC und stellt den unmittelbaren Stresstest für alle Risikoassets dar. Sollte die Fed angesichts steigender Energiepreise eine restriktivere Haltung signalisieren, dürfte auch Bitcoin unter Druck geraten. Parallel dazu verfallen am 27. März umfangreiche Call-Optionen auf den 74'000- und 75'000-USD-Strike. Beide Termine könnten die kurzfristige Richtung des Krypto-Markts entscheidend beeinflussen.








