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    Singapurische Zentralbank (MAS) prüft DeFi und Tokenisierung

    Singapurische Zentralbank prüft DeFi und Tokenisierung

    von Redaktion cvj.ch am 2. Juni 2022 Legal/Compliance

    Eine neue Initiative der Zentralbank und Finanzaufsichtsbehörde Singapurs (MAS) möchte das Potenzial von dezentralen Technologien wie Blockchain und DeFi erkunden. Im "Project Guardian" sollen die Vorteile und Risiken von digitalen Wertpapieren ausgearbeitet und ein neuer regulatorischer Rahmen geschaffen werden.

    Die Monetary Authority of Singapore (MAS) wird in einem Pilotprojekt mit der Finanzindustrie zusammenarbeiten, um das wirtschaftliche Potenzial und den Nutzen der Tokenisierung von Vermögenswerten zu erforschen. Das Projekt wurde vom stellvertretenden Premierminister und koordinierenden Minister für Wirtschaftspolitik Heng Swee Keat auf dem Asia Tech x Singapore Summit vorgestellt. Die Erkenntnisse aus dem Project Guardian sollen dazu dienen, die politischen Kräfte über die regulatorischen Leitplanken zu informieren. Diese seien erforderlich, um die Vorteile der dezentralen Finanzwelt (DeFi) zu nutzen und gleichzeitig ihre Risiken abzumildern.

    Tokenisierung für digitale Wertpapiere

    In den letzten zwei Jahren hat die Zentralbank elf Anbietern von digitalen Zahlungs-Token Lizenzen und grundsätzliche Genehmigungen erteilt, darunter auch Stablecoin-Anbieter Paxos. Gleichzeitig warnte die MAS die Öffentlichkeit immer wieder vor dem Handel mit Kryptowährungen und hat Schritte unternommen, um die Werbung für Kryptowährungen in der Öffentlichkeit zu begrenzen. Bei der neuen Initiative zur Tokenisierung werden jedoch hochwertige Vermögenswerte wie Immobilien und Einlagen digitalisiert. Dadurch können sie in Fragmente aufgeteilt, auf einer Blockchain dargestellt und über diese verwaltet werden. Die digitalen Wertpapiere sind durch einen zugrundeliegenden Vermögenswert gesichert, was sie von volatileren Token wie Kryptowährungen wie Bitcoin (BTC) unterscheidet.

    Durch die Aufspaltung des Vermögenswerts ermöglicht die Tokenisierung einer grösseren Gruppe von Kreditnehmern oder Anlegern den Zugang zu zuvor unerreichbaren Vermögenswerten. Somit werde die wirtschaftliche Integration gefördert, sowie die Liquidität auf den Finanzmärkten erhöht. Bei Finanzdienstleistungen ermöglichen Smart Contracts oder Computerprogramme, die auf der Blockchain laufen, autonome Finanztransaktionen (DeFi). Zu diesen gehören zum Beispiel die Kreditaufnahme, Kreditvergabe oder der Handel ohne einen erforderlichen Vermittler. In der Branche wird das als dezentralisiert bezeichnet, im Gegensatz zum traditionellen Finanzwesen, bei dem zentrale Dritte zwischengeschaltet sind.

    Einbindung der Finanzinstitute

    Das Projekt zielt in erster Linie auf die Entwicklung und Erprobung von Anwendungsfällen in vier Hauptbereichen ab. Dazu gehören die Ermöglichung des Handels mit digitalen Wertpapieren über Plattformen wie digitale Börsen und die Untersuchung der Tokenisierung von Einlagen. Die MAS wird dadurch die Zusammenarbeit mit regulierten Finanzinstituten erkunden. Unter anderem werden die Unternehmen, die an DeFi-Protokollen teilnehmen möchten, von der MAS überprüft und entsprechend zugelassen. Mit dem ausgestellten Berechtigungsnachweis werden auch die Einführung von regulatorischen Schutzmassnahmen und Kontrollen für solche Protokolle untersucht.

    "Wir glauben, dass diese frühen Erkundungen von DeFi-Lösungen die Wettbewerbsfähigkeit und Relevanz Singapurs als hochmoderner Finanzplatz sicherstellen werden." - Han Kwee Juan, Leiter der Abteilung Planung und Strategie der DBS Bank

    Das erste Industrie-Pilotprojekt im Rahmen des Project Guardian ist die Schaffung eines Liquiditätspools. Damit wird die potenzielle DeFi-Anwendung für die Kreditaufnahme und -vergabe von tokenisierten Anleihen und Einlagen an Grosskunden untersucht. Ein Ausbau dieser Entwicklungen in Zusammenarbeit mit der Zentralbank eines grossen Finanzplatzes könnte der Adoption von digitalen Vermögenswerten und Blockchain durch die etablierten Finanzinstitute neuen Schwung verleihen.

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    Die Redaktion des Crypto Valley Journal berichtet seit 2018 aus Zug, dem Sitz des Schweizer Crypto Valley, über Bitcoin, Krypto, Blockchain und die regulatorische Entwicklung digitaler Vermögenswerte. Hinter der kollektiven Redaktionsstimme steht ein Team aus Autoren mit Hintergrund in Finanzmarkt, Recht und Technologie.

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