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    PwC setzt auf Krypto-Expansion nach regulatorischem Kurswechsel in den USA
    PwC sign is seen at company office in the downtown of Silicon Valley largest city. PricewaterhouseCoopers is one of the "Big Four" accounting organizations - San Jose, California, USA - 2019

    PwC setzt auf Krypto-Expansion nach regulatorischem Kurswechsel in den USA

    von Redaktion cvj.ch am 5. Januar 2026 Legal/Compliance

    Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) verstärkt ihre Präsenz im Krypto-Sektor nach jahrelanger Zurückhaltung. Paul Griggs, US-Senior-Partner und CEO von PwC, bestätigte gegenüber der Financial Times die strategische Neuausrichtung der Firma.

    Die Entscheidung folgt auf weitreichende regulatorische Veränderungen in den USA unter der Trump-Administration. Im Juli 2025 unterzeichnete Präsident Donald Trump den GENIUS Act, der erstmals einen bundesweiten Rechtsrahmen für Zahlungs-Stablecoins schafft. PwC baut seine Audit-, Compliance- und Beratungsdienstleistungen für Krypto-Börsen, Stablecoin-Emittenten und Tokenisierungs-Plattformen aus. Die Firma stellte Cheryl Lesnik als Partnerin ein, die zuvor drei Jahre bei einer kleineren Kanzlei im Bereich digitale Assets tätig war. PwC übernahm zudem das Mandat als Wirtschaftsprüfer für MARA Holdings, ein börsennotiertes Bitcoin-Mining-Unternehmen, für das Geschäftsjahr 2025.

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    GENIUS Act schafft regulatorische Klarheit

    Der im Juli 2025 verabschiedete GENIUS Act markiert einen Wendepunkt für die US-Krypto-Regulierung. Das Gesetz etabliert klare Anforderungen für Verwahrung, Reserven und Offenlegungspflichten von Stablecoin-Emittenten. Darüber hinaus erhalten Banken die Möglichkeit, eigene digitale Assets herauszugeben. Folglich beendet die Gesetzgebung jahrelange regulatorische Unsicherheit, die Krypto-Unternehmen in einer rechtlichen Grauzone operieren liess.

    Griggs äusserte sich zu den Auswirkungen des neuen Gesetzes: "Der GENIUS Act und die regulatorischen Regelungen rund um Stablecoins werden mehr Überzeugung schaffen, in dieses Produkt und diese Anlageklasse zu investieren. Die Tokenisierung von Vermögenswerten wird sich ebenfalls weiterentwickeln. PwC muss in diesem Ökosystem präsent sein."

    Der regulatorische Wandel wurde durch personelle Veränderungen an der Spitze der Securities and Exchange Commission (SEC) beschleunigt. Gary Gensler trat am 20. Januar 2025 zurück, nachdem er während seiner knapp vierjährigen Amtszeit rund 100 Enforcement-Verfahren gegen digitale Assets eingeleitet hatte. Paul Atkins, ein ehemaliger SEC-Kommissar unter Präsident George W. Bush, wurde am 9. April 2025 mit knapper Mehrheit von 52 zu 44 Stimmen im Senat bestätigt. Atkins gilt als marktfreundlich und innovationsorientiert.

    Ausbau technischer Kapazitäten und Mandatsstrategie

    PwC entwickelte bereits 2019 das Halo-Tool, eine Prüfungssoftware für Krypto-Assets. Die Lösung verifiziert die Verbindung zwischen privaten Schlüsseln und öffentlichen Adressen. Gleichzeitig ermöglicht sie die unabhängige Überprüfung von Blockchain-Transaktionen. Das Tool unterstützt Bitcoin, Ethereum, Ripple und verschiedene ERC-20-Token. Entsprechend nutzt PwC Halo für Finanzprüfungen und regulatorische Assurance-Services für FINMA-regulierte Blockchain-Unternehmen.

    Die Firma baute ihre internen Krypto-Kompetenzen systematisch aus. Griggs betonte, PwC habe "unsere Ressourcen intern und extern gestärkt", um vollständig in den Digital-Asset-Bereich einzusteigen. Die Dienstleistungspalette umfasst Unternehmensstrategie, Risikomanagement, Cybersecurity, Transaktionsberatung sowie regulatorische Compliance. PwC berät Kunden zudem zur Nutzung von Stablecoins für effizientere Zahlungssysteme.

    MARA Holdings beauftragte PwC im März 2025 nach einem Auswahlverfahren als Wirtschaftsprüfer. Das Unternehmen hatte zuvor Marcum LLP entlassen. Die Trennung erfolgte ohne Meinungsverschiedenheiten zu Bilanzierungsgrundsätzen oder Prüfungsumfang. Allerdings identifizierte Marcum eine wesentliche Schwäche in den Kontrollen zur Umsatzerfassung per 31. Dezember 2023, die bis Jahresende 2024 behoben wurde.

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    Tokenisierung als Wachstumsmarkt

    PwC prognostiziert erhebliches Wachstum für die Tokenisierung realer Vermögenswerte. Eine gemeinsame Studie von Nethermind und PwC Deutschland projiziert einen Markt von über 15 Billionen US-Dollar bis 2030. Die Analyse zeigt eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 50.1 Prozent zwischen 2022 und 2026. Aktuell sind über 91 Milliarden Dollar an Real-World-Assets tokenisiert, wobei Ethereum die führende Plattform darstellt.

    Das RWA-Tokenisierungs-Ökosystem verzeichnete derweil explosives Wachstum. Der On-Chain-Wert erreichte 2025 rund 30 Milliarden Dollar – ein Anstieg um 400 Prozent innerhalb von drei Jahren. Private Credit dominiert dabei mit 58 Prozent Marktanteil (14 Milliarden Dollar), gefolgt von US-Staatsanleihen mit 34 Prozent (8.2 Milliarden Dollar).

    Branchenprognosen variieren: McKinsey schätzt den tokenisierten Asset-Markt auf 2 bis 4 Billionen Dollar bis 2030, während die Boston Consulting Group 16 Billionen Dollar projiziert. Standard Chartered geht von 30 Billionen Dollar bis 2034 aus. PwC identifiziert Anleihen, Immobilien, Fonds und Private Credit als zentrale Anlageklassen für die Tokenisierung.

    Big Four positionieren sich im Krypto-Markt

    PwC ist jedoch nicht die einzige der Big Four Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, die Krypto-Dienstleistungen ausbaut. Deloitte prüft Coinbase seit 2020 und veröffentlichte im Mai 2025 einen detaillierten Leitfaden zur Krypto-Bilanzierung. KPMG vermarktet ebenfalls Compliance- und Risikomanagement-Services für digitale Assets. Zudem erklärte die Firma, die Krypto-Adoption habe 2025 einen "Wendepunkt" erreicht.

    Eine PwC-Umfrage zeigt darüber hinaus, dass 76 Prozent der globalen Investoren planen, ihr Engagement in digitalen Assets auszubauen. Knapp 60 Prozent wollen über 5 Prozent ihrer Assets under Management in Krypto allokieren. Insgesamt hatte über die Hälfte der traditionellen Hedgefonds 2025 Krypto-Exposition – ein Anstieg von 47 Prozent im Vorjahr.

    Die strategische Positionierung der Big Four signalisiert somit die zunehmende Integration von Krypto-Assets in das traditionelle Finanzsystem. Mit drei der vier grössten Wirtschaftsprüfungsgesellschaften aktiv im digitalen Asset-Bereich gilt der Sektor nicht länger als Nischenmarkt, sondern als etablierte Komponente der globalen Finanzinfrastruktur. Die regulatorische Klarheit durch den GENIUS Act und die personellen Veränderungen bei der SEC schaffen entsprechend die Grundlage für institutionelle Expansion in den kommenden Jahren.

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    Redaktion cvj.ch
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    Die Redaktion des Crypto Valley Journal berichtet seit 2018 aus Zug, dem Sitz des Schweizer Crypto Valley, über Bitcoin, Krypto, Blockchain und die regulatorische Entwicklung digitaler Vermögenswerte. Hinter der kollektiven Redaktionsstimme steht ein Team aus Autoren mit Hintergrund in Finanzmarkt, Recht und Technologie.

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