UBS warnt Klienten vor potenziellem Totalverlust bei Bitcoin Investments

„Aufgrund vieler Kundenanfragen“ äusserten kürzlich Strategen der Schweizer Bank UBS ihre Beurteilung zu Bitcoin und Kryptowährungen im Generellen. Die Bank warnt dabei vor einem möglichen Totalverlust und tut sich schwer mit einer Einschätzung des „fairen Wertes“.

Letzte Woche veröffentlichte die Schweizer Grossbank einen Bericht mit dem Namen „Should I buy Bitcoin?„. Die UBS Global Wealth Management Abteilung schliesst darin zwar höhere Preise im kurzfristigen Rahmen nicht aus, doch die Anlageexperten bleiben im Grundtenor skeptisch gegenüber der Kryptowährung. Dabei berufen sie sich vor allem auf regulatorische Unsicherheiten sowie die Möglichkeit, dass zukünftig eine „populärere“ Kryptowährung Bitcoin ablösen könnte. Die Ablöseargumentation zielt dabei auf andere digitale Währungen aus dem Nutzungsbereich der Zahlungsmittel. Direkte Vergleiche werden dabei mit privaten Stablecoins wie Libra sowie mit kommenden digitalen Zentralbankwährungen (CBDCs) gezogen. (Anmerkung der Redaktion: Aufgrund der gegensätzlichen Eigenschaften welche Bitcoin gegenüber zentral ausgegebenen Zahlungstoken aufweist, ein strittiger Vergleich).

Regulatorische Hürden

Der gewichtigste Punkt, auf den sich die UBS bezieht, ist das regulatorische Umfeld. Dabei halten die Strategen der Bank es für möglich, dass bestimmte Finanzprodukte für Kryptowährungen künftig verboten oder eingeschränkt werden. Das könnte sich negativ auf den Kurs auswirken. Erwähnt wird das Derivate-Verbot für Kleinanleger in Grossbritannien. Andere Regulatoren könnten dem Beispiel folgen, da die Krypto-Marktkapitalisierung stark gestiegen und damit eine „Gefahr für die finanzielle Stabilität“ darstellen könnte.

Eine „bessere“ Kryptowährung könnte Bitcoin ablösen

Ein weiteres Argument für eine zurückhaltende Bitcoin Einschätzung liefern die Autoren in der Vielfalt der bereits bestehenden Kryptowährungen. Es gäbe nichts, das eine andere Kryptowährung daran hindern würde, Bitcoin als die Nummer 1 abzulösen. Hier zieht die Grossbank den Vergleich zu gefallenen Internetstars des Dotcom Booms, wie Netscape und Myspace.

[…] Es gibt nichts, was zukünftige Kryptowährungen daran hindert, Bitcoin und andere aktuelle Kryptowährungen in ihrer Popularität zu überholen – egal ob sie von einer privaten Initiative oder von öffentlichen Behörden lanciert werden. Die Eintrittsbarrieren in diesem Markt sind niedrig, wie die über 4’000 Kryptowährungen zeigen, die derzeit auf CoinMarketCap gelistet sind. […] Netscape und Myspace sind Beispiele für Netzwerkanwendungen, die sich grosser Beliebtheit erfreuten, aber schliesslich verschwanden.

Bitcoin im Portfoliokontext

Für eine Integration in ein Portfolio sieht die UBS in ihrem Bericht keine offensichtlichen Argumente. Teilweise wird auf die weitergehende Studie mit dem Namen the Rise of Bitcoin verwiesen. Darin wird der grössten Kryptowährung zwar ein gewisser Diversifikationseffekt zugesprochen, allerdings seien die risikoadjustierten Erträge hauptsächlich in Phasen mit hohen Preisanstiegen attraktiv. Als Grundlage der Datenerhebung hat die UBS die Periode Januar 2018 – Dezember 2020 gewählt.

Die Frage, ob Bitcoin in einem Portfoliokontext Sinn macht, wird mit der Begründung auf die fehlende Eigenschaft von Cashflows offengelassen. Nur so könnten die Autoren die Frage bezüglich des inneren Wertes bewerten (Discounted cash flow methode DCF).  Die Frage, ob sich Bitcoin in einer „Bubble“ befindet, wird anhand derselben Erklärung offengehalten. Allerdings zeige die Geschichte, dass wenn Käufer einen Vermögenswert nur kaufen, weil sie erwarten, ihn zu einem höheren Preis wieder verkaufen zu können, schliesslich zu dramatischen Korrekturen führt.

Ganz gleich, welcher Generation Sie angehören, es lohnt sich, daran zu denken, dass seit der Tulpenmanie im 17. Jahrhundert Preisblasen hauptsächlich durch spekulative Absichten angetrieben wurden. – UBS Studie „The rise of Bitcoin“

CBDC’s geigneter zur Wertaufbewahrung als Kryptowährungen

In Sachen digitale Währungen von Zentralbanken (CBDC’s) sehen die Studienautoren interessante Ansätze, welche vor Allem in der Vereinfachung der Zahlungsabwicklung identifiziert werden. Trotzdem würden Banken weiterhin eine wichtige Rolle im Finanzsystem einnehmen, da nicht davon auszugehen sei, dass Zentralbanken sich künftig mit Kreditvergaben beschäftigen würden. ganze Kreditwesen übernehmen wollen.

In wirtschaftlicher Hinsicht sehen die Studienautoren gewichtige Unterschiede zwischen CBDCs und  Kryptowährungen. Dank der Kontrolle von Zentralbanken über die jeweiligen Geldmengen, hätten CBDCs   als stabiles Wertaufbewahrungsmittel beträchtliche Vorteile gegenüber Kryptowährungen.

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