JPMorgan Chase anerkennt Bitcoins „Langlebigkeit“ als Anlageklasse

Die grösste US-Bank, JPMorgan Chase, hat in einer kürzlich erfolgten Analyse dargestellt, dass Bitcoin im Jahr 2020 einen deutlichen Wachstums- und Reife-Prozess demonstriert.
Dabei attestierten die Verfasser der Studie der Krypto-Währung eine Langlebigkeit als Assetklasse.

Der Bericht des amerikanischen Geldhauses stellt fest, dass die Digitalwährung Bitcoin trotz aller Kurseinbrüche relativ unbeschadet davonkommen konnte. Insbesondere wird dabei die Krise vom März 2020 erwähnt, als Bitcoin innerhalb weniger Tage einen grossen Teil seines ursprünglichen Wertes verloren hatte. Die verantwortlichen Strategen bei JPMorgan Chase, namentlich Joshua Younger und Nikolaos Panigirtzoglou, sind der Meinung, dass diese Misere die Langlebigkeit von Bitcoin als Anlageklasse nochmals verdeutlicht habe.

März Kurssturz von Aktien und Digital-Währungen

Die Analyse von JPMorgan Chase, die vom US-Portal Bloomberg aufgegriffen wurde, untersuchte die Performance von Bitcoin und anderen Vermögenswerten seit Jahresbeginn. Spezielles Augenmerk liegt demnach auf den Ausverkäufen Mitte März, als COVID-19 die westliche Welt in Atem hielt. Die Korrelation mit dem globalen Aktienmarkt riss auch digitale Währungen wie Bitcoin in die Tiefe.

S&P500 Index und Bitcoin Während März Crash / Chart: Tradingview.com

Die Bank verweist jedoch darauf, dass solch grosse Preisschwankungen vor allem bei Krypto-Währungen auftreten und darauf zurückführen sind, dass Krypto-Assets eher als Vehikel für Spekulationen, wie als Tausch- oder Wert-Aufbewahrungsmittel dienen. Weiterhin wird erwähnt, dass Bitcoin in letzter Zeit vermehrt mit risikoreicheren Anlagen wie Aktien statt mit Safe Haven Assets wie Gold korreliert. Die Marktstruktur der Krypto-Währung habe sich zudem widerstandsfähiger erwiesen als die von Aktien, US-Staatsanleihen oder Gold. Als Schlussfolgerung kamen die Experten zur Ansicht, dass das Liquiditätsniveau in direktem Zusammenhang mit der Volatilität steht.

JPMorgan CEO bezeichnete Bitcoin einst als Betrug

Bitcoin hatte am Höhepunkt der Krise zwar einen der schwersten bisherigen Kurseinbrüche erlebt, sich von diesem jedoch viel schneller erholt, als andere Anlageklassen. Nachdem der CEO von JP Morgan Jamie Dimon Bitcoin erst als Betrug bezeichnete, entschuldige sich dieser später und erkennt nun das Wachstum der Digitalwährung an. JPMorgan vollzieht hinsichtlich Bitcoin einen Wandel und hat im Mai diesen Jahres beispielsweise damit begonnen, Kunden aus der Digital-Asset-Branche (die beiden führenden US-Börsen Coinbase und Gemini) zu akzeptieren. Beide Börsen hätten für eine angemessene Regulierung gesorgt und somit die Zustimmung der Bank erhalten.

Ausschlaggebend bei der Erteilung der Genehmigungen sei unter anderem gewesen, dass beide Börsen in den USA reguliert sind. Die US-Benutzer von Coinbase und Gemini können nun Einzahlungen und Abhebungen per Überweisung und automatisierte Abwicklungen der Bank nutzen. Das Unternehmen unterstützt die Börsen zusätzlich mit Cash-Management-Dienstleistungen.

Goldman Sachs anderer Ansicht

Während die Verfasser der JPMorgan Studie Bitcoin nach dem „Stresstest“ im März durchaus eine Tauglichkeit als Assetklasse zuordnen, folgerte eine kürzlich erschienene Analyse aus dem Hause Goldman Sachs, dass die Krypto-Währung aufgrund der zu hohen Volatilität nicht als Asset Klasse tauge.

 

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