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    Sie sind hier:Home » Fokus » Hintergrund » SDR – Der interne „Stablecoin“ des Internationalen Währungsfonds
    Der IWF warnt vor systemischen Risiken tokenisierter Finanzprodukte und Stablecoins. Sein 5-Säulen-Plan fordert CBDC-verankerte Abwicklung.

    SDR – Der interne „Stablecoin“ des Internationalen Währungsfonds

    von Redaktion cvj.ch am 14. Oktober 2019 Hintergrund

    Die Sonderziehungsrechte des Internationalen Währungsfonds (IWF) sind ein internationales Währungsreservesystem, das speziell dazu geschaffen wurde, Beschränkungen von Gold und Standard-Fiat-Währungen wie dem USD entgegenzuwirken.

    "Libra für IWF Mitglieder"

    Nach Angaben des IWF sind "special drawing rights" (SDR's), zu Deutsch Sonderziehungsrechte, ein internationales Reservevermögen, das die offiziellen Geldreserven seiner Mitgliedsländer ergänzt. Technisch gesehen ist die SZR weder eine Währung noch ein Anspruch auf den IWF selbst. Stattdessen handelt es sich um einen potenziellen Anspruch gegen die Währungen der IWF-Mitglieder. Der SDR ist die offizielle Rechnungseinheit des IWFs und steht nur Zentralbanken sowie den Mitgliedsstaaten zur Verfügung.

    Der SDR besteht, wie auch in den Plänen von Libra vorgesehen, aus einem Korb wichtiger globaler Währungen. Dieser Korb wird alle fünf Jahre neu überprüft. Der Wert eines SDR entsprach ursprünglich einem US-Dollar, zu diesem Zeitpunkt noch 0,88671 Gramm Gold. Als der Goldstandard aufgehoben wurde, bewertete man die SDR stattdessen mit einem Korb von Weltreservewährungen. Derzeit beinhaltet der Korb US-Dollar, japanische Yen, Euro, chinesische Renminbi und das britische Pfund.

    Ausgabevolumen von SDR stieg 2008/2009 rasant an

    Das System soll der internationalen Finanzwelt Liquidität zur Verfügung stellen, wenn Vermögenswerte wie Gold oder andere Papierwährungen dies nicht (mehr) tun. Im Falle eines beispiellosen, weltweiten wirtschaftlichen Zusammenbruchs könnte SDR zu einem zentralisierten Mittel werden, um globale Handelsnetze wieder aufzubauen. So stieg beispielsweise nach dem globalen Abschwung 2008/09 die Ausgabe von SDR an die Mitgliedsländer dramatisch an. Es wurde mit Liquiditätsspritzen rund um den Globus versucht, das Finanzsystem wieder zu stabilisieren. Die SDR-Zuteilung stieg 2009 als Reaktion auf die globale Wirtschaftskrise um 182,7 Milliarden Euro.

    Das System hinter dem SDR wurde 1969 geschaffen und ein SDR zunächst als gleichwertig mit 0,888671 Gramm Feingold definiert. Dies entsprach damals ungefähr einem Dollar. Nach dem Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems wurden SDR mit einem Korb von Währungen neu definiert. Der internationale Goldstandard wurde aufgehoben, es begann die Zeit variabler Wechselkurse. Heute ist das System isoliert und besitzt eine eigene Wirtschaft und Verwaltung, sowie wöchentlich festgelegte Zinssätze und nach IWF-Kriterien festgelegte Zuweisungen an die Mitgliedsländer.

    "Digitale Währungen bedrohen die Stabilität"

    Der SDR unterscheidet sich in verschiedenen Aspekten von Krypto-Währungen wie Bitcoin. Hauptsächlich durch die zentrale Kontrolle durch den IWF und die exklusive Verfügbarkeit an die Mitglieder. Digitale Währungen im generellen werden aus Kreisen rund um den IWF teilweise mit Besorgnis beobachtet. Die ehemalige IWF-Chefin und ehemalige Kandidatin des Präsidenten der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, erklärte beispielsweise im April, dass "Projekte rund um die Distributed Ledger Technologie, egal ob Krypto-Währungen oder digitalisierte Vermögenswerte, das Potential haben das gesamte System zu erschüttern. Auch einige Regierungsvertreter sehen durch Digitale Währungen eine ernsthafte Bedrohung der Stabilität von FIAT Währungen.

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    Redaktion cvj.ch
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    Die Redaktion des Crypto Valley Journal berichtet seit 2018 aus Zug, dem Sitz des Schweizer Crypto Valley, über Bitcoin, Krypto, Blockchain und die regulatorische Entwicklung digitaler Vermögenswerte. Hinter der kollektiven Redaktionsstimme steht ein Team aus Autoren mit Hintergrund in Finanzmarkt, Recht und Technologie.

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