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    Gotbit-Klage: FBI erstellt eigene Kryptowährung "NexFundAI"

    Gotbit-Klage: FBI erstellt eigene Kryptowährung „NexFundAI“

    von Redaktion cvj.ch am 11. Oktober 2024 Legal/Compliance

    Das Federal Bureau of Investigation hat drei Krypto-Unternehmen und 15 Personen wegen Marktmanipulation und Betrug angeklagt. Dazu erstellte das FBI zum ersten Mal eine eigene Kryptowährung - "NexFundAI" - um den Behörden bei der Aufdeckung von Straftaten zu helfen.

    Die Bundesanwaltschaft in Boston erhob diese Woche Anklage gegen die Firmen Gotbit, ZM Quant und CLS Global sowie gegen die Führungskräfte und Mitarbeiter dieser und anderer Unternehmen. Bereits vier Angeklagte haben sich schuldig bekannt und die Behörden haben drei weitere Angeklagte in Texas, Grossbritannien und Portugal festgenommen. Laut den Anklageschriften waren die Beschuldigten für Milliarden an gefälschtem Handelsvolumen ("Wash-Trading") bei über 60 Kryptowährungen verantwortlich. Zur Bestätigung der Vorwürfe buchte das FBI ähnliche Dienstleistungen für eine selbst erstellte Kryptowährung.

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    Marketmaking oder Marktmanipulierung?

    Wash-Trading beschreibt Scheingeschäfte, die künstlich den Anschein von Handelsaktivität erwecken, um die betroffenen Token als gute Investitionen erscheinen zu lassen. Diese betrügerischen Taktiken, so die Anklageschriften, sollen neue Investoren und Käufer angezogen haben, was zu einem Anstieg der Handelspreise der Token führte. Die Beschuldigten sollen dann ihre Token zu den künstlich überhöhten Preisen verkauft haben. Dabei spricht man von einem klassischen "Pump and Dump" Schema, das unter die Kategorie Betrug fällt. Solche Taktiken sind sowohl in der alten als auch der neuen Finanzwelt verboten.

    Ein angeklagter Marktmacher, der sich schuldig bekannt hat, beschrieb die betrügerische Praxis gegenüber einem potenziellen Kunden wie folgt. Das Ziel auf den Sekundärmärkten bestehe darin, fremde Käufer aus der Krypto-Gemeinschaft zu finden. "Menschen, die man nicht kennt oder die einem egal sind." Schliesslich, so der Beschuldigte, müssen andere Käufer Geld verlieren, damit sie einen Gewinn erzielen können.

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    FBI-Kryptowährung NexFundAI bestätigt die Vermutungen

    Unter "Operation Token Mirrors" erstellte das FBI im Rahmen der Untersuchung eine eigene Kryptowährung. "NexFundAI" basierte auf der Ethereum-Blockchain und sollte ein junges Krypto-Startup simulieren. Die drei Marktmacher ZM Quant, CLS Global und MyTrade beauftragte das FBI dann, das Handelsvolumen der Kryptowährung künstlich aufzublasen. Ein vierter Marktmacher, Gotbit, deren CEO und zwei Direktoren werden ebenfalls wegen eines ähnlichen Betrugsvorhabens angeklagt. Eine solche Strategie zur Ermittlung gegen Krypto-Marktmanipulation gab es bisher nicht.

    "Das FBI hat den beispiellosen Schritt unternommen, einen eigenen Kryptowährungs-Token und ein eigenes Unternehmen zu gründen, um diese mutmasslichen Betrüger zu identifizieren, zu überführen und vor Gericht zu bringen. Was das FBI in diesem Fall aufgedeckt hat, ist im Wesentlichen eine neue Variante der Finanzkriminalität der alten Schule." - Jodi Cohen, leitende Spezialagentin der Bostoner FBI-Abteilung

    Den Behörden zufolge wurde NexFundAI zwar öffentlich gehandelt. Die Token-Adresse konnte die CVJ.CH-Redaktion über den Ethereum-Blockexplorer "Etherscan" ausfindig machen. Man habe die Kryptowährung aber sorgfältig überwacht, um die Risiken für Kleinanleger zu minimieren. Vor Veröffentlichung der Investigation blockierte das FBI den Handel mit dem Token. Seither können keine Transaktionen durchgeführt werden. Innerhalb der sechs aktiven Handelswochen von Mai bis September generierte NexFundAI ein Volumen von 1.06 Millionen USD.

    Preis-Chart der FBI-Kryptowährung NexFundAI / Quelle: GeckoTerminal
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    Die Redaktion des Crypto Valley Journal berichtet seit 2018 aus Zug, dem Sitz des Schweizer Crypto Valley, über Bitcoin, Krypto, Blockchain und die regulatorische Entwicklung digitaler Vermögenswerte. Hinter der kollektiven Redaktionsstimme steht ein Team aus Autoren mit Hintergrund in Finanzmarkt, Recht und Technologie.

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