Heute ist „Proof of Keys“ Tag – Was er zu bedeuten hat.

Zum dritten mal jährt sich heute der von Trace Meyer ins Leben gerufene „Proof of Keys“ Tag.
Was er zu bedeuten hat und warum er wichtig ist.

Bitcoin basiert auf einem dezentralen Netzwerk, welches Attribute wie „vertrauenslos“ und zensurresistent beinhaltet. Es ist ein elektronisches Zahlungssystem, das auf kryptographischen Beweisen statt auf Vertrauen basiert und es zwei willigen Parteien ermöglicht, direkt miteinander zu verhandeln, ohne dass eine vertrauenswürdige dritte Partei benötigt wird, wie es Satoshi Nakomoto dereinst formulierte. Dieses Gebaren funktioniert allerdings nur, wenn man auch im Besitz der privaten Schlüssel seiner Krypto-Assets ist. Der Bitcoin Befürworter Andreas Antonopoulos, prägte einst den Satz: „Nicht deine Schlüssel, nicht deine Bitcoins“ (“Not your keys; not your bitcoin”).

Absoluter Eigenbesitz und Transaktionsvollmacht

Bitcoin und viele andere Krypto-Währungen als digitale Assets, haben den Vorteil, dass der jeweilige Besitzer des privaten Schlüssels die absolute Kontrolle darüber besitzt. Er ist der alleinige Besitzer, respektive der alleinige Bevollmächtigte eine Transaktion zu vollziehen. Es braucht dazu keine Drittpartei – so ist die Blockchain aufgebaut. Ein mächtiges Instrument, welches in entfernter Form nur vergleichbar mit Bargeld, oder anderen physischen Wertgegenständen in Eigenbesitz ist. Cypherpunk-basierte Ideale, einschließlich des Misstrauens gegenüber Dritten, der größtmöglichen Privatsphäre und Sicherheit, der kompromisslosen Absicht alle verfügbaren Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, um die Kontrolle über seine digitalen Münzen zu behalten, prägten die Krypto-Währung Bitcoin.

Börsen und Drittanbieter verwässern den Eigenbesitz

Allerdings ist der Geschäftssektor, der sich um Bitcoin herum entwickelte, nicht immer den Ursprüngen des Cypherpunks treu geblieben, die ihn hervorgebracht haben. Börsen und andere Anbieter verwahren die privaten Schlüssel für den Kontoinhaber oder Kunden. Er ist somit abhängig von einer zentralen Instanz und deren Geschäftspolitik.

Der Trend zu Vertrauen in Drittanbieter ist ein Widerspruch zur Philosophie und zum Zweck von Bitcoin.

Oftmals werden von Börsen Auszahlungslimits auferlegt, Konten eingefroren und andere Wege gefunden, um den Zugang der Nutzer zu ihren Geldern willkürlich einzuschränken. Ein Widerspruch zur ursprünglichen Entwicklung.

„Proof of Keys“ Tag soll Aufklärung über Souveränität bieten

Viele Krypto-Besitzer sind nicht wirklich im Besitz ihrer privaten Schlüssel, sondern verlassen sich stattdessen auf Drittanbieter wie Börsen oder Verwahrungsdienste. Die „Proof of Keys“ Bewegung ist eine Chance für die Nutzer, den Eigentumsvorbehalt an ihrem Besitz geltend zu machen und Dritte zu zwingen, den Nachweis zu erbringen, dass sie tatsächlich alle von ihnen beanspruchten Vermögenswerte besitzen.

„Proof of Keys“ ist ein Fest, bei dem wir unsere Geldsouveränität ausüben. – Trace Mayer

Trace Mayer hat dementsprechend die Veranstaltung, die jedes Jahr am 3. Januar stattfindet, ins Leben gerufen. Investoren sollen vorübergehend ihre Bitcoins von allen Dienstleistungen Dritter – von der zentralen Börse bis zum externen Verwahrer- abheben. Unternehmen und Börsen müssen so ihre Vertrauenswürdigkeit und ihren Konsens unter Beweis stellen. Diese Übung kostet wenig (Transaktionsgebühren), beweist aber Besitztum und stärkt den Netzwerkkonsens. Am 4. Januar kann jeweils auf der „Grundlage eines Schlüsselnachweises“ mit erneuter Zuversicht zum „Business as usual“ zurückgekehrt werden.

Lerneffekt im Umgang mit Privaten Schlüsseln, sowie über Risiken von Drittanbietern

Mayers Empfehlung zum Erlernen des richtigen Schlüsselmanagements ist praktisch. Mit der Hervorhebung der Souveränität geht „Proof of Keys“ noch einen Schritt weiter und erinnert Bitcoin Besitzer an Fälle, in denen Börsen gehackt wurden, oder andere Probleme dazu führten, dass Benutzer ihre Gelder unwiderruflich verloren – auch wenn die Halter das nicht selbst erlebt haben.

Mayer empfiehlt den Haltern von Krypto-Währungen zudem, den Datenaustausch mit großer Vorsicht zu wählen und auch die Datenschutzrichtlinien der Anbieter zu überprüfen. Während die Sicherheit für  den Handel mit Bitcoins sehr wichtig ist, ist die Art und Weise, wie mit den Finanzdaten umgegangen wird, von gleicher Wichtigkeit.

 

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Redaktion cvj.ch

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