Geldwäsche in Krypto-Währungen: Wie Kriminelle im Jahr 2019 Milliarden bewegten

Das auf Blockchain-Analyse spezialisierte Unternehmen Chainalysis hilft Unternehmen und Strafverfolgungsbehörden Betrug aufzudecken und Geldwäsche zu verhindern. In ihrem kürzlich veröffentlichten Crypto Crime Report wurde das festgestellte illegale Geschehen festgehalten.

Dank der inhärenten Transparenz der Blockchain können Erkenntnisse gewonnen werden, die bei der Untersuchung der Geldwäsche in der traditionellen Fiat-Währungswelt nicht möglich sind. Gemäss dem Bericht ist es demnach Betrügern von Kryptowährungen gelungen, ihre Opfer im letzten Jahr um 4,3 Milliarden Dollar zu betrügen. Das entspricht Verdreifachung gegenüber 2018. Der Großteil der illegalen Geldströme stand in Verbindung mit Schneeballsystemen, darunter OneCoin und PlusToken.

Börsen als beliebter Geldwäsche Ausgang – Binance und Huobi stechen hervor

Während Börsen schon immer ein beliebter Ausweg für illegale Krypto-Währungen waren, haben sie seit Anfang 2019 einen stetig wachsenden Anteil eingenommen. So konnten laut Chainalysis rund 2,8 Milliarden Dollar an illegalen Krypto-Währungen zurückverfolgt werden, die von kriminellen Entitäten an Kryptobörsen gelangt sind. Davon sind mehr als 50% an die beiden Plattformen Binance und Houbi geflossen. Insgesamt erhielten 2019 etwas mehr als 300’000 Einzelkonten bei Binance und Huobi, Bitcoin aus kriminellen Quellen.

Quelle: Chainalysis 2020 Crypto Crime Report

Wie sich aus nachfolgender Grafik ablesen lässt, machen Gelder aus illegalen Vorgängen lediglich einen marginalen Teil des Gesamtbetrages aus, welcher über Binance und Houbi fliesst. Der Gesamtwert der illegalen Gelder macht allerdings einen bedeutsamen Gesamtwert aus – dieser lag allein bei 31 Konten im Spitzenbereich bei kumulierten 163 Millionen Dollar an Bitcoins.

Quelle: Chainalysis 2020 Crypto Crime Report

Über OTC Broker KYC Vorgänge umgangen

Die beiden Plattformen Binance und Huobi sind mitunter die grössten Börsen und unterliegen KYC-Bestimmungen. Wie ist es also möglich, dass solch gewichtige Beträge über die Börsen gewaschen werden?
Die Analyse von Chainalysis legt nahe, dass ein Umweg über OTC-Makler stattfindet. Diese erleichtern den Handel zwischen einzelnen Käufern und Verkäufern, die nicht an einer offenen Börse handeln wollen oder können. Händler greifen oft auf diese OTC-Makler zurück, wenn sie eine grosse Menge an Krypto-Währungen zu einem festgelegten, ausgehandelten Preis liquidieren wollen. OTC-Makler sind in der Regel mit einer Börse verbunden, arbeiten aber unabhängig.

Über USD Tether in Fiatgeld

Das Problem ist jedoch, dass die meisten OTC-Makler zwar ein legitimes Geschäft betreiben, einige von ihnen jedoch auf die Bereitstellung von Geldwäschedienstleistungen für Kriminelle spezialisiert sind. OTC-Makler haben in der Regel wesentlich geringere KYC-Anforderungen als die Börsen, an denen sie tätig sind. Viele von ihnen nutzen diese Nachlässigkeit aus und helfen Kriminellen beim Waschen und Auszahlen von Geldern. In der Regel zunächst durch den Umtausch von Bitcoin und anderen Kryptowährungen in Tether als stabile Zwischenwährung, bevor sie sich in Fiatgeldern auszahlen lassen.

Chainanalysis’s Rogue 100 Liste

Chainanalysis hat aus der Analyse der Transaktionen verschiedener krimineller Gruppen eine Liste von 100 großen OTC-Maklern zusammengestellt, die nach Meinung des Unternehmens Geldwäsche-Dienstleistungen anbieten. Die Rogue 100 sind äußerst aktive Händler und haben einen immensen Einfluss auf das Kryptogeld-Ökosystem. Seit Ende 2017 erhalten sie jeden Monat stetig steigende Beträge an Krypto-währungen. Ihre Aktivität ist in 2019 Jahr stark angestiegen. Alleine im Jahre 2019 haben die OTC-Makler mehr als 3 Milliarden Dollar in Form von Bitcoin erhalten, viele davon spielten eine wesentliche Rolle beim PlusToken-Betrug. 70 der OTC-Makler der Rogue 100 gehören dabei zu der Gruppe von Huobi-Konten, die Bitcoin aus illegalen Quellen erhalten.

Quelle: Chainalysis 2020 Crypto Crime Report

Was kann gegen Geldwäsche im Krypto-Bereich unternommen werden?

Gemäss Chainanalysis gibt es Schritte, die Strafverfolgungsbehörden, Aufsichtsbehörden und Kryptowährungsunternehmen unternehmen können, um Geldwäsche zu bekämpfen. Dafür benötigt es vorallem Transparenz.  Durch die Blockchain und die vorhandenden Analyse Tools, besteht die Möglichkeit, schneller einen Einblick in die Art und Weise einsehen zu können wie Kriminelle ihre Gelder waschen.

Auch sollten Börsen durch umfassendere Due Diligence-Prüfungen der OTC-Makler und anderer Dienste ihren Teil dazu beitragen, dieses Problem zu minimieren.

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Redaktion cvj.ch

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