Honeywell nutzt Blockchain zur Digitalisierung von Luftfahrtdatenbanken

Der Mischkonzern Honeywell möchte seine Datenbanken in die Blockchain integrieren. Damit sollen Dokumentationsprozesse und Aufbewahrungsmechanismen für ihre Kunden beschleunigt und vereinfacht werden.

Schon Ende 2018 hatte Honeywell ihre Blockchain-Plattform „GoDirect Trade“ gestartet. Dabei handelte es sich um ein Marktplatz für neue und gebrauchte Flugzeugteile, die den Käufern mehr Sicherheit gewährleisten sollte. Heute benutzen über 2’700 Unternehmen und 7’000 Nutzer GoDirect Trade und seit dem Start der Plattform wurden über 8 Millionen USD in Transaktionen bearbeitet.

In einer Pressemitteilung dieser Woche erklärten sie, dass ihre Blockchain nun auch eine Datenbank beinhalten soll.

Bedeutende Innovation für die Luftfahrt-Industrie

Ein schneller und einfacher Zugriff auf ihre Daten ist für die Fluggesellschaften von entscheidender Bedeutung, da die meisten von ihnen Dutzende von Reparaturwerkstätten nutzen und der Papierkram von jeder einzelnen nicht integriert ist.

Ausserdem haben Fluggesellschaften und Unternehmen in der Regel mit verlorenen, gedruckten Unterlagen zu einem Bauteil zu kämpfen. Diese Papiere oder „Rückverfolgungsdokumente“ sind für die Werterhaltung eines Teils von entscheidender Bedeutung.

Einfacher Zugriff auf wichtige Daten

Honeywells Blockchain ist eine sichere, dezentralisierte Datenbank, die von allen autorisierten Benutzern gemeinsam genutzt werden kann. Jeder Benutzer, den Honeywell autorisiert, verfügt über eine Kopie der Datenbank und kennt deren Inhalt in Echtzeit. Anstatt nur PDF-Dokumente oder einen Verweis auf den digitalen Flugzeugdatensatz zu speichern, speichert Honeywell nun die eigentlichen Formulardaten onchain.

Diese Daten werden verwendet, um Flugzeugdatensätze zu rekonstruieren, einschliesslich der Datensätze, die belegen, dass die US-Luftfahrtbehörde die Sicherheit von Flugzeugteilen zertifiziert hat. Auf diese Aufzeichnungen können die Kunden zugreifen, und im Falle fehlender Unterlagen können die Kunden einfach die Bauteilnummer sowie die Seriennummer eingeben, und die Benutzerschnittstelle ruft die Daten aus der Blockchain ab und „rekonstruiert“ das fehlende Dokument.

Dieser Schritt von Honeywell öffnet für die Fertigungsindustrie viele neue Türen.

Blockchain ist einzigartig, weil es ein Mannschaftssport ist. Hier geht es nicht nur um Honeywell-Daten. Tatsächlich geht es hier nicht einmal nur um Luft- und Raumfahrtdaten. Ganz gleich, ob Sie in der Luft- und Raumfahrt, in der Automobilindustrie, in der Elektronik oder in der Unterhaltungselektronik tätig sind, ich stelle mir vor, dass alle produzierenden OEMs und Reparaturwerkstätten die Qualitätsdokumentation und die Daten zur Bauteilherkunft an die Blockchain weitergeben, damit ihre Kunden einfachen Zugriff darauf haben.“ – Lisa Butters, Blockchain-Abteilungsverwalterin bei Honeywell

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Redaktion cvj.ch

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