Die US-amerikanischen Spot-XRP-ETFs schlossen die erste Märzwoche mit einem Netto-Minus von 4.09 Mio. USD ab. Somit ist es die erste negative Wochenbilanz seit dem 30. Januar 2026. Allein am Freitag zogen Investoren 16.62 Mio. USD aus den Fonds ab.
Der XRP-Kurs fiel parallel von einem Wochenhoch bei 1.47 USD auf 1.34 USD. Die kumulierten Assets under Management (AuM) der sieben aktiven XRP-ETFs sanken entsprechend von 1.26 Mrd. USD zur Wochenmitte auf 1.24 Mrd. USD. Damit beenden die Fonds einen Zufluss-Streak, der Ende Februar begonnen hatte.
21Shares führt die Abflüsse an
Die Abflüsse konzentrierten sich auf die letzten beiden Handelstage der Woche. Am Donnerstag flossen zunächst 6.15 Mio. USD ab, am Freitag beschleunigte sich der Trend auf 16.62 Mio. USD. Es war der grösste Einzeltages-Abfluss seit dem 29. Januar, als 92.92 Mio. USD die Fonds verliessen.
Die Aufschlüsselung nach Anbieter zeigt ein klares Muster. 21Shares verlor am Freitag 10.60 Mio. USD und war somit für fast zwei Drittel der Tagesabflüsse verantwortlich. Bitwise folgte mit 3.65 Mio. USD, Grayscale mit 2.37 Mio. USD. Canary Capital und Franklin Templeton verzeichneten hingegen null Bewegung.
Das Rennen um die Marktführerschaft bleibt dennoch eng. Canary Capital XRPC hält mit 266 Mio. USD knapp die Spitzenposition. Bitwise liegt mit 265 Mio. USD weniger als eine Million dahinter. Franklin Templeton verfolgt derweil eine aggressive Gebührenstrategie. Mit einer Expense Ratio von 0.19 Prozent und vollständiger Gebührenbefreiung bis 1 Mrd. USD AuM unterbietet der Anbieter die Konkurrenz deutlich. Canary Capital verlangt dagegen 0.50 Prozent pro Jahr.
Gegenläufige Signale vom Markt
Die ETF-Abflüsse stehen allerdings im Kontrast zu den On-Chain-Daten. Zwischen dem 5. und 9. März erhöhten Grossinvestoren ihre XRP-Bestände von 10.87 Mrd. auf 11.01 Mrd. Token. Der Zuwachs von rund 140 Mio. XRP entspricht einem Gegenwert von etwa 200 Mio. USD. Denn die sogenannte Whale-Flow-Metrik im 30-Tage-Durchschnitt drehte erstmals seit über drei Monaten ins Positive. Institutionelle ETF-Investoren verkaufen also, während Krypto-native "Whales" akkumulieren. Solche Divergenzen traten bei Bitcoin-ETFs in der Vergangenheit häufiger auf und lösten sich in beide Richtungen auf.
Der makroökonomische Hintergrund belastet risikobehaftete Anlagen zusätzlich. Geopolitische Spannungen drücken auf die Stimmung. Gleichzeitig signalisieren sinkendes Handelsvolumen und rückläufiges Open Interest nachlassende Marktdynamik bei XRP. Der Kurs prallte am Mittwoch bei 1.45 USD ab und fiel anschliessend bis Sonntag auf 1.34 USD. Als nächstes relevantes Support-Level gilt daher die Marke von 1.30 USD.

Vom Rechtsstreit zum regulierten Produkt
Die Existenz von XRP-Spot-ETFs in den USA wäre vor drei Jahren undenkbar gewesen. Im Juli 2023 urteilte ein US-Gericht, dass XRP kein Wertpapier darstellt, sofern es auf öffentlichen Börsen gehandelt wird. Im August 2025 folgte schliesslich die aussergerichtliche Einigung zwischen Ripple Labs und der SEC.
Canary Capital nutzte die regulatorische Klarheit als Erster. Am 13. November 2025 startete XRPC an der Nasdaq als erster US-Spot-XRP-ETF. Die Ersttagszuflüsse von rund 250 Mio. USD waren bemerkenswert. Bitwise folgte acht Tage später an der NYSE. Inzwischen sind sieben US-Spot-XRP-ETFs aktiv. Seit dem Launch flossen netto rund 1.22 Mrd. USD in die Fonds. Das entspricht 1.16 Prozent der gesamten XRP-Marktkapitalisierung.
In einer Woche, als XRP-ETFs Rekordvolumen erzielten, verzeichneten Bitcoin- und Ethereum-Fonds demgegenüber kombinierte Abflüsse von 750 Mio. USD. Die Rotation zwischen Krypto-Assets innerhalb des ETF-Marktes deutet auf eine zunehmend differenzierte Positionierung institutioneller Anleger hin.
Whales kaufen, ETF-Anleger verkaufen
Die aktuelle Woche wirft die Frage nach der mittelfristigen Dynamik auf. Konkret sprechen die Zahlen eine gemischte Sprache. Die kumulierten Nettozuflüsse von 1.22 Mrd. USD seit November 2025 zeigen anhaltendes institutionelles Interesse. Die Whale-Akkumulation von 200 Mio. USD innerhalb weniger Tage signalisiert darauf aufbauend Vertrauen bei Grossinvestoren. Gleichzeitig liegt der XRP-Kurs mit 1.34 USD rund neun Prozent unter dem Wochenhoch.
Die erste negative Wochenbilanz seit fünf Wochen muss kein Trendwechsel sein. Der Abfluss von 4 Mio. USD ist nämlich im Verhältnis zu den Gesamt-AuM von 1.24 Mrd. USD marginal. Am 29. Januar verliessen an einem einzigen Tag 93 Mio. USD die Fonds. Damals erholten sich die Zuflüsse innerhalb einer Woche. Entscheidend wird insgesamt sein, ob der Support bei 1.30 USD hält und ob die Whale-Akkumulation anhält.








