Was hat sich diese Woche rund um Blockchain und Kryptowährungen getan? Die relevantesten lokalen und internationalen Geschehnisse sowie ansprechende Hintergrundberichte pointiert und kompakt im Wochenrückblick.
Selektierte Artikel der Woche:
Der weltgrösste Vermögensverwalter BlackRock hat mit dem iShares Staked Ethereum Trust ETF (ETHB) sein drittes Krypto-Produkt an der Nasdaq gelistet. Erstmals können US-Investoren über ein börsengehandeltes BlackRock-Produkt direkt an den Staking-Erträgen von Ethereum partizipieren. Diese liegen annualisiert bei rund 3%. Zwischen 70 und 95% der gehaltenen Ether werden gestaked, der Rest dient als Liquiditätspuffer für Rücknahmen. Die Kryptobörse Coinbase übernimmt sowohl die Verwahrung als auch die Staking-Koordination. Von den Brutto-Staking-Erträgen fliessen 18% an BlackRock und Coinbase, die verbleibenden 82% werden mindestens quartalsweise als Dividende ausgeschüttet. ETHB ist nach dem Bitcoin-Fonds IBIT und dem Ethereum-Spot-ETF ETHA der nächste Krypto-ETF von BlackRock. Insgesamt verwaltet der Konzern mittlerweile rund 130 Milliarden USD in kryptobezogenen Produkten.
BlackRock lanciert mit ETHB den ersten Ethereum Staking ETF in den USA, das Produkt bietet rund 3% Rendite und staket bis zu 95% der ETH.
Wells Fargo sichert sich Markenrechte für eigenen Stablecoin
Doch nicht nur bei ETFs drängt die traditionelle Finanzwelt tiefer in den Kryptomarkt. Die US-Grossbank Wells Fargo hat beim amerikanischen Markenamt eine Anmeldung für „WFUSD“ eingereicht. Das Kürzel folgt der Namenskonvention etablierter Stablecoins wie USDC und USDT, weshalb Marktbeobachter die Anmeldung als Vorbereitung auf einen Dollar-gepeggten Stablecoin interpretieren. Auffällig ist der breite Geltungsbereich: Die Anmeldung umfasst neben dem Stablecoin selbst auch Krypto-Handel, digitale Wallets, Zahlungsabwicklung und Blockchain-basiertes Settlement. Wells Fargo gehört zu einer Gruppe von Grossbanken, die gemeinsam mit JPMorgan Chase, Bank of America und Citigroup ein übergreifendes Stablecoin-Projekt prüfen. Dieses Vorhaben befindet sich allerdings noch in einer frühen Phase. Die rechtliche Grundlage liefert der im Juli 2025 unterzeichnete GENIUS Act, der erstmals einen bundesrechtlichen Rahmen für Payment-Stablecoins in den USA schafft. Wells Fargo bringt dabei Blockchain-Erfahrung seit 2019 mit, als die Bank „Digital Cash“ auf der R3-Corda-Plattform lancierte.
Wells Fargo reicht Marke für WFUSD beim USPTO ein – die Anmeldung deckt Krypto-Handel, Zahlungsverkehr und Stablecoin-Settlement ab.
Hongkong lässt HSBC und Standard Chartered als Stablecoin-Emittenten zu
Die Hongkonger Zentralbank HKMA vergibt erstmals Stablecoin-Lizenzen an Banken und macht die Sonderverwaltungszone damit zu einer der ersten Jurisdiktionen weltweit mit diesem Schritt. Zu den Empfängern gehören die beiden Grossbanken HSBC und Standard Chartered sowie die Kryptobörse OSL. Aus insgesamt 36 Bewerbungen bewilligt die Behörde zunächst nur drei bis vier Lizenzen. Die HKMA bevorzugt bewusst bankengeführte Emittenten wegen deren starker Kapitalisierung und geringerem Systemrisiko. Standard Chartered verfolgt dabei einen Konsortialansatz und gründete mit dem Blockchain-Unternehmen Animoca Brands ein Joint Venture namens Anchorpoint Financial für einen Hongkong-Dollar-Stablecoin. Grundlage ist die seit August 2025 geltende Stablecoins Ordinance, die unter anderem eine vollständige Deckung mit hochliquiden Vermögenswerten und eine Rückzahlung zum Nennwert innerhalb eines Geschäftstags vorschreibt.
Hongkong vergibt erste Stablecoin-Lizenzen an HSBC und Standard Chartered: HKMA wählt aus 36 Bewerbern nur 3-4 Institute.
US-Senat bettet CBDC-Verbot in parteiübergreifendes Wohnungsgesetz ein
Während Regierungen weltweit private Stablecoins fördern, gehen die USA beim staatlichen Gegenstück den umgekehrten Weg. Der US-Senat hat den „21st Century ROAD to Housing Act“ mit einer überraschend deutlichen Mehrheit von 84 zu 6 Stimmen zur weiteren Beratung freigegeben. In dem 303-seitigen Wohnungsgesetz verbirgt sich eine Klausel, die der Federal Reserve die Ausgabe einer digitalen Zentralbankwährung bis 2030 untersagt. Sowohl direkte als auch indirekte Ausgaben über Finanzinstitute sind ausgeschlossen. Die taktische Einbettung in ein populäres Wohnungsmarktgesetz sicherte breite überparteiliche Unterstützung, die ein eigenständiges CBDC-Verbot kaum erhalten hätte. Bereits im Januar 2025 verbot eine Executive Order von Präsident Trump allen Bundesbehörden die CBDC-Entwicklung. Das Gesetz soll diese Lücke schliessen, da eine künftige Regierung die Executive Order jederzeit aufheben könnte. Die USA positionieren sich damit klar gegen den globalen Trend: Die EZB plant den digitalen Euro für 2029, China betreibt mit dem digitalen Yuan bereits ein voll operatives System. Private Stablecoins sind vom Verbot ausdrücklich ausgenommen.
Der US-Senat treibt ein CBDC-Verbot in den USA voran: 84 zu 6 Stimmen für ein Wohnungsgesetz mit eingebetteter Klausel bis 2030.
Ripple kauft für 750 Millionen USD eigene Anteile zurück
Ausserdem: Das Blockchain-Zahlungsunternehmen Ripple hat ein neues Aktienrückkauf-Programm über bis zu 750 Millionen USD lanciert. Das Tender Offer richtet sich an bestehende Investoren und Mitarbeiter und legt eine Unternehmensbewertung von 50 Milliarden USD zugrunde. Das entspricht einem Aufschlag von 25% gegenüber der letzten Finanzierungsrunde vom November 2025. Ripple setzt dieses Instrument seit 2024 regelmässig ein und hat seither insgesamt über 2.7 Milliarden USD an Rückkaufprogrammen durchgeführt. Parallel trieb das Unternehmen 2025 Übernahmen im Gesamtwert von rund 2.45 Milliarden USD voran, darunter den Prime-Broker Hidden Road für 1.25 Milliarden USD. Trotz der aggressiven Kapitalstrategie plant Ripple keinen baldigen Börsengang. Der XRP-Token notiert derzeit bei rund 1.39 USD und damit über 60% unter seinem Allzeithoch. Eine strukturelle Asymmetrie bleibt bestehen: Aktionäre profitieren indirekt vom Wert der XRP-Reserven, Token-Halter haben jedoch keinerlei Ansprüche an das Unternehmen selbst.
Ripple startet einen Aktienrückkauf von 750 Mio. USD bei einer Bewertung von 50 Mrd. USD. Mitarbeiter und Investoren erhalten Liquidität.








