Mastercard testet USDC für Zahlungen

Mastercard kündigte an, ihr Kartenprogramm in einer Kooperation mit Circle auf Krypto-Wallets und Börsen zu erweitern. Dadurch soll es für Kunden einfacher werden, Kryptowährung in traditionelle Fiat-Währung zu konvertieren und sie über eine gewöhnliche Kreditkarte auszugeben.

Fünf Monate nach der Ankündigung von Mastercard, ausgewählte Stablecoins in ihr Netzwerk zu bringen, wird der Kreditkartengigant wieder aktiv. Die jüngste Kooperation mit USDC-Emittent Circle ist ein entscheidender Schritt, das Ökosystem zu erweitern. Damit will Mastercard die Bühne für die Zukunft der Krypto-Zahlungen sicher und konform gestalten.

„Heute haben nicht alle Krypto-Unternehmen die grundlegende Infrastruktur, um Kryptowährung in traditionelle Fiat-Währung umzuwandeln. Wir versuchen genau dies zu vereinfachen. […] Der Kryptowährungsmarkt reift weiter und wir treiben ihn gemeinsam voran, um Reibungen zu reduzieren und Wahlmöglichkeiten für die Menschen zu schaffen.“ – Raj Dhamodharan, Mastercard Executive Vice President für Digital Asset und Blockchain-Produkte

Mastercard und seine Partner wollen die neue Funktion als erstes mit USDC testen. So sollen mehr Banken und Krypto-Unternehmen in der Lage sein, ihren Kunden eine Kartenoption anzubieten, die das Ausgeben von digitalen Vermögenswerten in Geschäften rund um den Globus ermöglicht. Eine ähnliche Kooperation ging Circle bereits mit Mastercard-Konkurrent Visa ein.

Expansion von Circle

Circle ist ein globales Finanztechnologieunternehmen und der Hauptbetreiber von USD Coin (USDC) – die zweitgrösste Dollar-Digitalwährung nach Tether (USDT). USDC hat eine Marktkapitalisierung von über 26 Milliarden Dollar und hat gegenüber ihrem Konkurrenten stark aufgeholt. Die Verwendung von USDC durch die Partner von Mastercard soll zur Vereinfachung der Umrechnung von Kryptowährungen in Fiat-Währungen beitragen und den Kartenherausgebern in Zukunft helfen, Abrechnungen zu erleichtern.

„Die Zusammenarbeit zwischen Circle und Mastercard unterstreicht, wie die Rolle der Blockchain-Technologie im Zahlungsverkehr und Handel im Internet wächst und dabei gleichzeitig eine wichtige Brücke zwischen Zahlungssystemen für digitale Währungen und grossen, etablierten Zahlungsnetzwerken schlägt.“ – Jeremy Allaire, Circle Mitbegründer und CEO

Der Stablecoin wird oft in dezentralen Finanzapplikationen (DeFi) verwendet, um Zinsen auf Dollar-Einlagen zu verdienen. Dies fördert Circle aktiv über Beziehungen zu Drittanbietern und ist eine Weiterentwicklung von ihrem ursprünglichem Fokus auf reine Zahlungen. Das Unternehmen vollendete im Mai eine Finanzierungsrunde im Umfang von 440 Millionen Dollar und ist dabei, über ein SPAC an die Börse zu gehen.

Regulierung privater Stablecoins

Die Ankündigung kommt in einer Zeit, in der Stablecoins von Aufsichtsbehörden und Gesetzgebern immer stärker unter die Lupe genommen werden. Erst kürzlich versprach die Arbeitsgruppe des US-Präsidenten für Finanzmärkte, in den kommenden Monaten Empfehlungen für Stablecoin-Regulierungen zu veröffentlichen, nachdem die obersten Bundesfinanzaufsichtsbehörden Anwendungsfälle und potenzielle Risiken diskutiert hatten.

Dies folgte auf Äusserungen von Vertretern der US-Notenbank, die in den letzten Monaten verschiedene Grade der Besorgnis signalisierten. Insbesondere der Präsident der Bostoner Fed Bank, Eric Rosengren, hat den marktführenden Stablecoin Tether (USDT) als eine potenzielle „Herausforderung“ für die Finanzstabilität bezeichnet. Doch die Federal Reserve Bank ist allgemein skeptisch gegenüber privatem Geld, in einem neuen Bericht schlug die Notenbank unterschiedliche Massnahmen vor, um Stablecoins zu „zähmen“.

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