Coinbase hat am 12. Februar die Ergebnisse für das vierte Quartal 2025 veröffentlicht. Der Nettoverlust beträgt 667 Millionen Dollar und beendet eine Serie von acht profitablen Quartalen in Folge. Pro Aktie resultiert ein GAAP-Verlust von 2.49 Dollar bei einem Gesamtumsatz von 1.78 Milliarden Dollar.
Die Zahlen erzählen allerdings zwei Geschichten gleichzeitig. Operativ übertraf Coinbase die Erwartungen, denn der bereinigte Gewinn pro Aktie lag mit 0.66 Dollar über der Konsensschätzung von 0.64 Dollar. Unrealisierte Verluste auf das Krypto-Portfolio von 718 Millionen Dollar gaben den Ausschlag für den GAAP-Verlust. Hinzu kamen 395 Millionen Dollar Verluste auf strategische Investments. Der Verlust ist somit primär buchhaltungsbedingt, nicht operativ.
Umsatzstruktur unter Druck, Handelsvolumen auf Rekordhoch
Mit 1.78 Milliarden Dollar verfehlte Coinbase die Analystenerwartungen von 1.85 Milliarden Dollar um rund 4 Prozent. Im Quartalsvergleich sank der Umsatz um 5 Prozent. Transaktionserlöse machten mit 983 Millionen Dollar den grössten Anteil aus. Sie fielen jedoch um 6 Prozent gegenüber dem Vorquartal und um 37 Prozent gegenüber dem vierten Quartal 2024.
Gleichzeitig wuchsen die Stablecoin-Einnahmen auf 364 Millionen Dollar, ein Plus von 3 Prozent. Subscription- und Service-Umsätze trugen insgesamt 727 Millionen Dollar bei. Rund eine Million Nutzer abonnieren inzwischen den Coinbase-One-Dienst. USDC-Guthaben auf der Plattform kletterten auf ein Allzeithoch, und die durchschnittlichen Bestände stiegen trotz niedrigerer Zinsen auf neue Höchststände.
Beim Handelsvolumen präsentiert sich ein konträres Bild. Coinbase wickelte im vierten Quartal 296 Milliarden Dollar ab - über den Analystenerwartungen von 279 Milliarden Dollar. Für das Gesamtjahr 2025 summierte sich das Volumen entsprechend auf 5.2 Billionen Dollar. Das entspricht einem Anstieg von 156 Prozent gegenüber 2024. Im Krypto-Handel verdoppelte sich der Marktanteil auf 6.4 Prozent.
Buchhaltung vs. operatives Geschäft
Der Kernpunkt der Quartalszahlen liegt in der Differenz zwischen GAAP- und bereinigter Betrachtung. Unrealisierte Verluste auf Krypto-Bestände in Höhe von 718 Millionen Dollar spiegeln den Preisrückgang am Markt im vierten Quartal wider. Weitere 395 Millionen Dollar entfielen auf strategische Investments. Beide Positionen sind nicht zahlungswirksam.
Bereinigt um diese Effekte wirtschaftete Coinbase profitabel. Das ist ein entscheidender Unterschied für die Bewertung der operativen Leistungsfähigkeit. Die GAAP-Regeln verlangen nämlich eine Marktbewertung von Krypto-Beständen zum Stichtag - unabhängig davon, ob Positionen tatsächlich verkauft wurden. Coinbase verwahrt nach eigenen Angaben mehr Kryptowährungen als jedes andere Unternehmen weltweit.
Im vierten Quartal 2025 erlebte der Krypto-Markt einen Preisrückgang. Bitcoin fiel unter kritische Schwellen. Genau in dieser Phase fallender Preise verzeichnete Coinbase jedoch sein höchstes 24-Stunden-Handelsvolumen seit über einem Jahr.
"Gerade letzte Woche, als die Krypto-Preise fielen, trieben Gold- und Silber-Futures ein Rekord-Handelsvolumen auf unserer Exchange. Wir erreichten unser höchstes 24-Stunden-Handelsvolumen seit über einem Jahr, und Base stellte ein neues Transaktions-Allzeithoch auf, als KI-Agenten Stablecoin-Wallets übernahmen." - Brian Armstrong, CEO, Coinbase
Diversifikation jenseits des Krypto-Handels
Coinbase positioniert sich zunehmend als diversifizierte Handelsplattform. Neben Kryptowährungen bietet die Börse mittlerweile Aktien, Prediction Markets und Rohstoffe an. CEO Brian Armstrong betonte, der Umsatz korreliere dadurch weniger mit Krypto-Preisschwankungen.
Die Zahlen stützen diese Argumentation teilweise. Stablecoin-Einnahmen wuchsen im vierten Quartal, obwohl Transaktionserlöse rückläufig waren. Die Layer-2-Blockchain Base erreichte ein neues Transaktions-Allzeithoch - KI-Agenten mit Stablecoin-Wallets trieben die Aktivität. Auch Rekord-Handelsvolumen bei Gold- und Silber-Futures belegen, dass die Produkterweiterung auf Nachfrage trifft.
Trotzdem bleibt die Abhängigkeit vom Krypto-Markt dominant. Transaktionserlöse machten 55 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Der Rückgang um 37 Prozent im Jahresvergleich verdeutlicht schliesslich die Volatilität des Kerngeschäfts. Subscription- und Service-Umsätze bieten zwar ein stabileres Fundament, konnten den Transaktionsrückgang aber nicht kompensieren.
Aktienreaktion und Einordnung der Profitabilitätsserie
Anleger reagierten deutlich auf die Zahlen. Im nachbörslichen Handel fiel die Coinbase-Aktie um 7.9 Prozent auf rund 141 Dollar. Das markiert den niedrigsten Stand seit zwei Jahren.

In seiner Geschichte hat Coinbase mehrere Krypto-Zyklen durchlebt. Die jetzt beendete Serie von acht profitablen Quartalen war eine der längsten überhaupt. Davor hatten Bärenmärkte regelmässig zu Verlusten geführt. Armstrong zeigte sich dennoch optimistisch und verwies auf wachsende Adoption sowie regulatorische Klarheit.
"2025 war ein starkes Jahr für Coinbase, und wir haben ein solides Fundament für kontinuierliches Wachstum in 2026 gelegt." - Brian Armstrong, CEO, Coinbase
Für das Gesamtjahr 2025 sprechen die Volumenzahlen eine klare Sprache. 5.2 Billionen Dollar Handelsvolumen bei einem verdoppelten Marktanteil - die Diskussion dürfte weniger um den buchhalterischen Quartalsverlust kreisen. Entscheidend ist vielmehr, ob Coinbase die operative Profitabilität in einem schwächeren Marktumfeld halten kann.








