Die CfC St. Moritz sagt ihre erste Konferenz im Nahen Osten ab. CEO Nicolo Stöhr informierte die eingeladenen Teilnehmer per Email über die Verschiebung. Das für den 21. bis 24. April geplante Event sollte im Qasr al Sarab stattfinden, einem Luxusresort in der Liwa-Wüste von Abu Dhabi.
Die Entscheidung fiel nach Konsultation mit der Schweizerischen Botschaft in den UAE und Bahrain. Stöhr begründete den Schritt somit mit der eskalierenden geopolitischen Lage in der Golfregion. Eine Absage ist es laut CfC allerdings nicht. Die Organisation bekräftigt ihr Commitment zum Standort Abu Dhabi und will ein neues Datum bekanntgeben, wie aus einer CVJ.CH vorliegenden E-Mail hervorgeht.
Iranische Angriffe treffen die UAE direkt
Der Hintergrund der Verschiebung ist konkret. Am 28. Februar starteten die USA und Israel gemeinsame Militäroperationen gegen Iran unter dem Codenamen "Operation Epic Fury". Die Offensive tötete unter anderem Irans Obersten Führer Ali Khamenei. Iran reagierte daraufhin mit Hunderten von Raketen und Tausenden von Drohnen auf Ziele in der gesamten Region.
Die UAE erlitten in den ersten vier Tagen des Konflikts die höchste Anzahl iranischer Angriffe unter allen Golfstaaten. Zu den Zielen gehörten der Flughafen Abu Dhabi und weitere Landmarks in der Hauptstadt. Drohnenangriffe beschädigten gleichzeitig den Dubai International Airport und legten ihn vorübergehend still. Am 2. März trat schliesslich Hezbollah in den Krieg ein.
Laut der Notiz an die Teilnehmer erlaube die aktuelle Lage es nicht, die gewohnte "High-Trust Experience" zu garantieren. Denn genau dieses Vertrauen sei konstitutiv für die Marke CfC. Alle Konferenzen laufen unter Chatham-House-Regeln, ohne Medien, ohne Aufnahmen, ohne Pressezugang. Entsprechend hoch seien die Anforderungen an die Rahmenbedingungen.
Erste Expansion in den Nahen Osten
Das Abu-Dhabi-Event hätte einen strategischen Wendepunkt für die CfC-Reihe markiert. Bisher stellte die Organisation sieben Präsenz-Konferenzen in St. Moritz auf die Beide, eine Ausgabe in Half Moon Bay und zwei virtuelle Editionen während der Pandemie. Eine CfC im Nahen Osten gab es hingegen noch nie. Konzipiert war das Gathering als eigenständiges "Anchor Event" mit bis zu 150 globalen Führungspersönlichkeiten.
Die Teilnehmerstruktur spiegelte den Brückencharakter. Geplant war eine 50/50-Balance zwischen Gästen aus dem Nahen Osten und dem bestehenden globalen CfC-Netzwerk. Botschafter Arthur Mattli fungierte als offizieller Patron. Die Website cfc-abudhabi.com zeigt bereits den Status "POSTPONED".
Stöhr hatte Dubai und Abu Dhabi im März 2025 persönlich besucht, um die Grundlage für die Expansion zu legen. Abu Dhabi galt als idealer Standort mit progressivem regulatorischem Rahmen für digitale Assets. Neben dem Regulierungsvorteil sprach auch die strategische Lage zwischen Europa, Asien und Afrika für die Wahl. Laut dem CfC-St.-Moritz-Report 2026 bleibt die UAE die weltweit bevorzugte Krypto-Jurisdiktion, obwohl die USA inzwischen auf Platz 2 aufgeholt haben.
CfC St. Moritz - vom Krypto-Boom zur institutionellen Plattform
Die CfC St. Moritz entstand 2017 als spontane Veranstaltung auf der Bitcoin-Welle. Marc P. Bernegger und Tobias Reichmuth legten den Grundstein. Nicolo Stöhr übernahm die Konferenzleitung anschliessend gemeinsam mit seinem Bruder im März 2018, unmittelbar nach dem Markt-Crash.
Seither hat sich das Format zu einer der exklusivsten Investorenkonferenzen der Krypto-Branche entwickelt. Bis zu 250 internationale UHNWI, Family Offices, Fonds und institutionelle Investoren treffen sich jährlich im Suvretta House in St. Moritz. Der Termin liegt jeweils unmittelbar vor dem WEF Davos. Die Zulassungsquote beträgt nur 12 Prozent.
Trotz der Verschiebung betont CfC St. Moritz, am Standort Abu Dhabi festzuhalten. Stöhr kündigte an, persönlich in die UAE zu reisen, sobald die Umstände es erlauben. Ziel sei es, die lokalen Beziehungen weiter auszubauen. Ein neues Datum für die Konferenz steht dennoch noch nicht fest. Zunächst muss sich die Sicherheitslage in der Golfregion stabilisieren. Der Flugverkehr bleibt gestört, Behörden leiteten Shipping-Routen um, und die Hormuzstrasse ist weiterhin bedroht.








