Input Output Group hat die Cardano-Show BLOCK//45 auf YouTube veröffentlicht, eine produzierte Redaktionssendung für das eigene Ökosystem. Die erste Episode behandelt das Leios-Skalierungsprotokoll, einen Tag vor dem geplanten Start des öffentlichen Leios-Testnets.
Input Output Group (IO) ist das in London ansässige Technologieunternehmen, das seit 2015 die Kernsoftware von Cardano entwickelt und pflegt. Neben IO tragen die Cardano Foundation für Adoption und Standards sowie Emurgo für die Business-Integration das Ökosystem, wobei IO der technische Hauptentwickler bleibt. Gründer Charles Hoskinson führt das Unternehmen weiterhin; das Cardano-Mainnet ging ursprünglich 2017 live. Seit dem Chang Hard Fork 2025 entscheiden zudem gewählte Delegated Representatives (DReps) per On-Chain-Governance über die Treasury-Mittel.
Cardano-Show BLOCK//45: Vier Segmente in unter 30 Minuten
BLOCK//45 ist als wiederkehrende YouTube-Produktion angelegt, die jede Episode in vier Segmente gliedert: Ecosystem Update, Cardano Alpha, Built Here und Community Pulse. Jede Folge soll unter 30 Minuten bleiben. Die erste Episode trägt den Titel „Leios Interview with Carlos Lopez De Lara" und stellt das Leios-Skalierungsprotokoll in den Mittelpunkt. IO beschreibt das Format in seiner Pressemitteilung als „broadcast-quality production" und „definitive editorial voice for Cardano".
Auffällig ist die Wahl der Moderatoren. Durch die Sendung führen Community-nahe „Key Opinion Leaders", nicht IO-eigene Angestellte. Damit wahrt das Unternehmen einen dezentralen Anschein, obwohl die Produktion vom technischen Hauptentwickler selbst ausgeht. Die Distanz zwischen Produzent und Gesicht der Show ist letztlich Teil der Positionierung. Mit einem wiederkehrenden Sendeformat baut IO zudem einen eigenen Kanal auf, der die Deutungshoheit über das Ökosystem stärker an den Hauptentwickler bindet.
Timing ist kein Zufall: Leios-Testnet und Van Rossem Hard Fork
Der Start fällt in eine Phase intensiver technischer Bewegung im Cardano-Stack. Am 20. Juni wurde zunächst der Van Rossem Hard Fork aktiviert, der Verbesserungen am Smart-Contract-System Plutus V3 einführt. Gleichzeitig rückt das Leios-Konsensprotokoll in den Vordergrund: Das öffentliche Testnet war für Juni 2026 geplant, der Mainnet-Launch wird für das vierte Quartal angestrebt. Leios soll den Durchsatz des Netzwerks um das 10- bis 65-fache steigern und adressiert damit den Skalierungsengpass, der seit Jahren als zentraler Kritikpunkt am Cardano-Protokoll gilt. Das Vorhaben zählt folglich zu den wichtigsten Punkten der diesjährigen Roadmap.
Dass ausgerechnet ein Leios-Interview die Auftaktepisode bildet, fügt sich daher nahtlos in diese Roadmap ein. Der Testnet-Start war einen Tag nach dem BLOCK//45-Launch angekündigt, weshalb die inhaltliche Abstimmung erkennbar bleibt. Als Gesprächspartner tritt mit Carlos Lopez De Lara eine Person aus dem unmittelbaren Umfeld des Protokolls auf, was die Nähe zwischen Sendung und Entwicklungsagenda unterstreicht. Die Show erscheint somit weniger als neutraler Nachrichtenkanal denn als redaktionelle Begleitung der eigenen Entwicklungsarbeit.
Cardano-Treasury: Budget um 50 Prozent gesenkt, fünf Anträge gescheitert
Der Aufbau eines aufwendigen Kommunikationskanals fällt in eine Phase institutioneller Schwäche. IO senkte seinen Finanzierungsantrag aus der Cardano-Treasury für 2026 auf 46.8 Mio. USD, gegenüber 97.5 Mio. USD im Jahr 2025, was einem Rückgang von rund 50 Prozent entspricht. Insgesamt reichte das Unternehmen neun Treasury-Anträge ein, die auf Protokollwartung, Leios-Konsens, Skalierung, Developer Experience, Smart Contracts und Bitcoin-DeFi-Infrastruktur abzielten.
Mit dem reduzierten Budget verschiebt der Hauptentwickler den Schwerpunkt 2026 zudem stärker auf Bitcoin-DeFi-Infrastruktur, einer der eingereichten Anträge zielte explizit auf diesen Bereich. In der Abstimmung der DReps kamen jedoch nur vier durch: Cardano Upgrades, Technical Collaboration, System Maintenance und Consensus Research. Die übrigen fünf, darunter Developer Experience, L2 Scalability und Plutus, blieben unter dem erforderlichen Schwellenwert von 67 Prozent.








