Chart im Fokus: Bitcoin – Krypto-Währung bricht nach oben aus

„Alle gegen den Dollar“ – dieses Motto scheint derzeit an den Devisenmärkten zu gelten. Die US-Valuta steht nicht nur in Relation zu traditionellen Währungen wie Euro, Schweizer Franken oder Japanischem Yen mächtig unter Druck. Auch auf das vergleichsweise junge Krypto-Segment schlägt der Schwächeanfall beim Greenback voll durch.

Die wichtigste virtuelle Währung liefert dabei gerade ein markantes charttechnisches Signal: Der Bitcoin (BTC) ist deutlich in den fünfstelligen USD-Bereich vorgestossen. Auf diese Weise konnte er mit Wucht nach oben aus einem mehrjährigen Abwärtstrend ausbrechen. Vergessen scheint der Rücksetzer von Ende Februar und Anfang März zu sein, als die Zuspitzung der Corona-Krise den Bitcoin noch hatte jäh abstürzen lassen.

Chart: Bitcoin (in USD)

Bitcoin

Wie Gold, nur weitaus volatiler

Der jüngste Rebound geht mit einer Goldpreisrallye einher. Als das Edelmetall Anfang der Woche ein Allzeithoch verbuchte, verteuerte sich die Kryptowährung innert eines Tages um mehr als 11%. Wegen diesem Gleichlauf wird der Bitcoin mitunter bereits als „digitales Gold“ bezeichnet. Allerdings spricht die hohe Volatilität gegen den Status als sicherer Hafen.

Seit dem Krypto-Hype von Ende 2017, damals avancierte BTC/USD bis knapp USD 19’500, erlebte der Bitcoin heftige Ausschläge. Im bisherigen Jahresverlauf übertrifft die historische Volatilität der Kryptowährung diejenige von Gold um mehr als das Vierfache.

Wie auch immer: In einem krisenhaften Umfeld aus steigenden Covid 19-Fallzahlen, latenten Spannungen zwischen den USA und China sowie ziemlich unsicheren Konjunkturaussichten setzen Investoren neben dem Edelmetall offenbar auch das digitale Zahlungsmittel als Diversifikationswerkzeug ein.

Erst Halving, dann Hausse

Als ein zusätzlicher Treiber gilt das so genannte Halving. Beginnend mit dem 24. Mai 2020 wurde die Entlohnung für das „Schürfen“ von einem Block von 12.50 auf 6.25 Bitcoins halbiert. Dieser Mechanismus zählt seit der Einführung der Cyberdevise zu ihren Grundprinzipien und wurde nun zum dritten Mal umgesetzt. Das Halving soll das Bitcoin-Angebot verknappen und eine Inflation vermeiden respektive den Preis stabilisieren. Gut zwei Monate nach dem Eingriff haussiert der Kurs. Dabei klopft der Bitcoin jetzt an der Marke von USD 11’000 an – in diesem Bereich verläuft ein horizontaler Widerstand.

Neben dieser Barriere spricht das zusehends überkaufte Chartbild dafür, dass sich die Bullen nun erst einmal eine Verschnaufpause gönnen. Sollte der Kurs nach unten drehen, könnte sich der Bereich um USD 10’000 als Unterstützung herauskristallisieren. Ein handfester Support wartet USD 1’000 tiefer.

Weltpremiere: Discount-Call-Warrant auf Bitcoin

Passend zur jüngsten Rallye hat Leonteq erstmals einen Discount-Call-Warrant auf den Bitcoin an der SIX kotiert. Mit diesem Produkt können Anleger einen sogenannten Call-Spread realisieren. Diese komplexe Strategie umfasst zum einem den Kauf einer Call-Option mit tieferem Ausübungspreis (Long-Position). Gleichzeitig wird eine Call-Option mit gleichem Basiswert, identischer Laufzeit aber einem höheren Ausübungspreis verkauft (Short-Position).

Die dabei generierte Optionsprämie macht den für das strukturierte Produkt namensgebenden Discount möglich. Dank des Rabatts ist der exotische Call-Warrant günstiger als ein klassischer „Vanilla“-Optionsschein. Im Gegenzug hierfür ist die Gewinnchance nach oben begrenzt. Die Premieren-Variante ist mit einem Ausübungspreis von USD 9’000 ausgestattet, während der Höchstbetrag bei USD 10’000 fixiert wurde.

DCW

Die unterschiedlichen Szenarien

Die maximale Rückzahlung errechnet sich aus der Differenz dieser beiden Marken unter Berücksichtigung des Bezugsverhältnisses. Sollte der Basiswert das fünfstellige Kursareal bis zum Verfalltermin halten können, würde der Call zu USD 10 zurückbezahlt. Sofern der Bitcoin dann zwischen Ausübungspreis und Cap notiert, entspricht die Rückzahlung dem mit dem Bezugsverhältnis multiplizierten Unterschied aus Final Fixing und Ausübungspreis.

In folgendem Szenario verfällt das Produkt wertlos: Der Bitcoin steht am Laufzeitende auf oder unter dem Ausübungspreis. Bitte beachten Sie, dass während der Laufzeit weitere Parameter, insbesondere die implizite Volatilität, Einfluss auf den Preis des Discount-Call-Warrants nehmen.

Alles in allem könnte das Produkt für Anleger interessant sein, die beim Bitcoin mit einer Konsolidierungsphase rechnen. Aus heutiger Sicht wäre die Voraussetzung für das Erzielen der Maximalrendite, also ein Bitcoin-Kurs von mindestens USD 10’000, erfüllt. Gleichwohl lehrt die Vergangenheit, dass die Kryptowährung in Windeseile die Richtung ändern und damit sämtliche Gewinnchancen zunichte machen könnte.

Share.

Über den Autor

Redaktion cvj.ch

Die CVJ Redaktion besteht aus einem Team von Blockchain Experten und informiert täglich und unabhängig über die spannendsten Neuigkeiten.

dobalance