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    Iran erhebt Krypto- und Yuan-Maut auf die Strasse von Hormuz. Schiffe zahlen rund 1 USD pro Barrel - verwaltet von der IRGC.

    Iran erhebt Krypto-Maut für die Durchfahrt durch die Strasse von Hormuz

    von Redaktion cvj.ch am 8. April 2026 News

    Iran verlangt von Schiffen, die die Strasse von Hormuz passieren, Transitgebühren in Krypto-Stablecoins und Chinesischem Yuan. Die Gebührenstruktur beträgt rund 1 USD pro Barrel Ladung. Ein voll beladener Supertanker fasst 2 Millionen Barrel - daraus ergibt sich eine Maut von bis zu 2 Millionen USD pro Durchfahrt.

    Hamid Hosseini, Sprecher des iranischen Verbandes der Exporteure von Öl-, Gas- und Petrochemischen Produkten, bestätigte das System gegenüber der Financial Times. Eine Zwischenfirma mit Verbindungen zur Iranischen Revolutionsgarde (IRGC) verwaltet den gesamten Prozess. Leere Schiffe zahlen nichts.

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    Wie das Iran Hormuz Krypto-Mautsystem funktioniert

    Vor der Durchfahrt müssen Schiffsführer umfangreiche Daten einreichen: Eigentümer, Flagge, Frachtmanifest, Zielhafen, Besatzung und AIS-Positionsdaten. Nach Eingang der Zahlung erhalten sie einen Einmal-Passcode. Per VHF-Funk übermittelt die IRGC diesen am Checkpoint zwischen den Inseln Qeshm und Larak. Anschliessend eskortiert sie das Schiff durch die Meerenge in den Golf von Oman.

    Auffällig ist die Wahl der Zahlungsmittel. Obwohl zahlreiche Medienberichte von "Bitcoin-Zahlungen" sprechen, zeigen die operativen Details ein anderes Bild. Iran bevorzugt Stablecoins und Yuan. Stablecoins eliminieren die Preisvolatilität zwischen Rechnungsstellung und Abwicklung, bleiben aber nominal auf den Dollar referenziert. Yuan umgeht das SWIFT-Clearingsystem vollständig. Beide Optionen machen das Korrespondenzbanksystem überflüssig.

    Irans parlamentarischer Nationaler Sicherheitsausschuss verabschiedete am 31. März einen "Strasse-von-Hormuz-Verwaltungsplan". Formal nennt das Dokument den Iranischen Rial als Währung - de facto läuft das System über Krypto und Yuan. Der Plan bedarf noch vollständiger parlamentarischer Zustimmung und einer Überprüfung durch den Wächterrat.

    Waffenstillstand und geopolitischer Kontext

    Am 7. April einigten sich die USA und Iran auf einen zweiwöchigen Waffenstillstand. Trump setzte geplante Angriffe auf iranische Infrastruktur aus. Im Gegenzug soll Iran die Strasse von Hormuz "vollständig, sofort und sicher" öffnen. Pakistan vermittelte die Vereinbarung über Premierminister Shehbaz Sharif und Feldmarschall Asim Munir.

    Irans Aussenminister Abbas Araghchi akzeptierte die Bedingungen. Er garantierte sichere Durchfahrt für zwei Wochen, sofern die Angriffe auf das Land eingestellt werden. Für Freitag sind Friedensgespräche in Islamabad geplant, voraussichtlich unter Führung von Vizepräsident Vance. Israels Regierung akzeptierte den Waffenstillstand, allerdings gilt er nicht für Kämpfe zwischen Israel und Hezbollah.

    Was in der Berichterstattung untergeht: Irans 10-Punkte-Plan enthält Forderungen, die weit über die Hormuz-Öffnung hinausgehen. Dazu gehören vollständige Sanktionsaufhebung, Entschädigungszahlungen der USA und langfristige iranische Kontrolle über die Meerenge. Ob Trump darauf eingeht, ist offen.

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    Stau im Persischen Golf und Marktreaktion

    Das System verarbeitet derzeit rund sechs Schiffe pro Tag. Über 320 Tanker und Gasschiffe sowie fast 2'000 weitere Handelsschiffe stecken im Persischen Golf fest. Zwischen 15 und 18 Schiffe nutzten das Mautsystem in den vergangenen Wochen bereits.

    Pakistan erhielt Durchfahrtsgenehmigungen für 20 Schiffe und vermarktete 14 überschüssige Slots weiter. China sicherte sich Vereinbarungen für mindestens drei Schiffe. Maersk wartet dagegen auf Klarheit über die genauen Bedingungen. Hosseini warnte: Schiffe, die das System ignorieren, seien "Verwarnungen durch militärische Angriffe" ausgesetzt.

    Die Märkte reagierten unmittelbar auf den Waffenstillstand. WTI fiel um über 13 Prozent auf rund 96 USD pro Barrel, der Dow Jones legte um über 1'000 Punkte zu. Bitcoin verlor seit Ende Februar rund 12 Prozent, während Gold sich als bevorzugte Kriegsabsicherung behauptete. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: In geopolitischen Eskalationen mit realwirtschaftlicher Tragweite verliert Bitcoin gegen Gold. Liquiditäts- und Risikoaversion wiegen schwerer als das Narrativ digitaler Wertaufbewahrung.

    Irans Krypto-Infrastruktur als Sanktionswerkzeug

    Das Hormuz-Mautsystem ist kein Experiment. Iran baut seit Jahren systematisch an einer Krypto-Infrastruktur zur Umgehung westlicher Sanktionen. Das Land legalisierte Bitcoin-Mining bereits 2019 und hält heute rund 4 Prozent der globalen Mining-Kapazität. Geschätzte 95 Prozent aller aktiven Mining-Geräte operieren illegal. Rund 427'000 Geräte sind im Betrieb, gefördert durch Stromkosten von 0.01 bis 0.05 USD pro Kilowattstunde.

    Irans On-Chain-Aktivität stieg von 3.17 Milliarden USD im Jahr 2023 auf 7.4 Milliarden im Jahr 2024 - und erreichte 2025 knapp 7.8 Milliarden USD. Im vierten Quartal 2025 entfielen mehr als die Hälfte aller von iranischen Akteuren empfangenen Werte auf IRGC-verbundene Adressen. Im Januar 2026 aktualisierte Irans Verteidigungsministerium seine Exportplattform, um Stablecoin-Zahlungen für Drohnen-, Raketen- und Rüstungsexporte zu akzeptieren.

    Täglich passieren rund 20.9 Millionen Barrel Öl die Strasse von Hormuz - etwa 20 Prozent des globalen Ölverbrauchs und 34 Prozent des weltweiten Rohölhandels zur See. Dazu kommen rund 20 Prozent des globalen LNG-Handels. Nur Saudi-Arabien und die VAE verfügen über alternative Pipelines mit einer Kapazität von 3.5 bis 5.5 Millionen Barrel pro Tag. Für LNG existieren keine operativen Umgehungsrouten. Iran kontrolliert mit dem Mautsystem den Zugang zu einer der wichtigsten Handelsadern der Welt. Und kassiert dafür in Krypto.

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    Über den Autor

    Redaktion cvj.ch
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    Die Redaktion des Crypto Valley Journal berichtet seit 2018 aus Zug, dem Sitz des Schweizer Crypto Valley, über Bitcoin, Krypto, Blockchain und die regulatorische Entwicklung digitaler Vermögenswerte. Hinter der kollektiven Redaktionsstimme steht ein Team aus Autoren mit Hintergrund in Finanzmarkt, Recht und Technologie.

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