Digitale Währungen von Zentralbanken (CBDC)

Die Zentralbanken stehen aufgrund der digitalen Währungen, oder genauer gesagt, aufgrund der CBDC (Central Bank Digital Currency) zunehmend im Rampenlicht.

Wenn ich die verschiedenen Berichte zu diesem Thema durchsehe, habe ich den Eindruck, dass die meisten Journalisten es nicht wirklich verstehen. Deshalb werde ich nun versuchen, das Thema auf dessen Hauptkomponenten herunterzubrechen und Ihnen auch meinen persönlichen Standpunkt darzulegen.

Nach meinem Verständnis gibt es drei Hauptkonzepte, die sich entweder in der Diskussion oder sogar bereits in der Entwicklungsphase befinden:

Traditionelle CBDC

Dies sind im Wesentlichen die aktuellen Fiat-Währungen (physische Banknoten und Münzen), die in eine digitale Währung umgewandelt werden. Ausgegeben von der Zentralbank der Länder und vertrieben von den Geschäftsbanken ein bekanntes Konzept also, wo die Bürger kein direktes Konto bei der Zentralbank haben.

CBDC direkt von der Zentralbank

Dies ist ein Konzept, mit dem sich die Riksbank beschäftigt (Projektphase), welches einen wesentlichen Unterschied zum „traditionellen CBDC-Konzept“ aufweist: Jeder Bürger würde ein Konto bei der Zentralbank haben und dort sein digitales Geld einzahlen und abheben können.

Hybride CBDC

Könnte nur eine Währung sein, z.B. das Projekt der PBOC, oder etwas unkonventioneller, wie das Konzept von dem Mark Carney sprach (eine mögliche neue Leitwährung, die aus mehreren Währungen zusammengesetzt ist).

In den letzten Wochen haben mir die Kommentare verschiedener Zentralbanker folgende Hinweise gegeben:

Die meisten Zentralbanker werden das „Traditionelle CBDC“-Modell bevorzugen. Powell und Jordan haben erst vor wenigen Tagen klargestellt, sowie hat die Bank of England das Konzept „Traditionelles CBDC“ und „CBDC direkt von der Zentralbank“ evaluiert und ist zu dem Schluss gekommen, dass sie auch das „Traditionelle CBDC“ favorisieren. Hauptargument dabei ist die Befürchtung, dass das andere Modell einen Bank-Run während einer erneuten Finanzkrise intensivieren könnte.

Die Riksbank evaluiert noch immer das Modell des „CBDC direkt von der Zentralbank“. Das Projekt läuft nun schon seit fast zwei Jahren und ich bin sehr gespannt, welche Ergebnisse sie liefern werden.

Mark Carney’s Jackson Hole Rede war eindeutig auf das Hybridmodell ausgerichtet. In seiner Rede ging es jedoch mehr um die problematische Dominanz des US-Dollars als Weltleitwährung. Ich bin allerdings immer noch der Meinung, dass er das Thema LIBRA und alternative Reserve Currency nicht erwähnte ohne bereits weitere Überlegungen dazu gemacht zu haben, welche er jedoch nicht weiter ausführte. Ich stecke das PBOC-Projekt in die gleiche Schublade, auch wenn ich zugeben muss, dass ich nicht über viele und genaue Informationen dazu verfüge. Aber wenn ich die unterschiedlichen Punkte aus diversen Berichten in Betracht ziehe, habe ich den Eindruck, dass sie eine einheitliche CBDC-Währung (Chinesischer Yuan) einführen werden, welche jedoch über digitale Zahlungsdienstleister vertrieben wird, die nicht zwingend einheimische chinesische Unternehmen sein müssen. Sie verwendeten auch den Begriff Kryptowährung, was impliziert, dass es eine Art Konsensmechanismus gibt, oder wie bei LIBRA, dass Ihr Zahlungsdienstleister als Validierungs-Gateway fungiert.

Mögliche Auswirkungen auf Bitcoin

Wirkt sich das alles auf den Preis von Bitcoin aus? Kurzfristig wahrscheinlich ja, da die meisten Leute einfach die Kommentare der Zentralbanker über CBDC aufgreifen und diese dann auch für alle anderen Kryptowährungen eins zu eins anwenden.

Meiner bescheidenen Meinung nach ist Bitcoin eine wahre „ausserhalb des traditionellen Finanz- und Zentralbank-Box-Denkens“ Währung oder Anlage. Was auch immer die Zentralbanken in Zukunft entscheiden, das Netzwerk wird immer auf einer kontrollierten Basis mit einer strengen zentralen Kontrolle bestehen, welches hauptsächlich von einigen wenigen Personen und Politikern kontrolliert wird.

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Über den Autor

Patrick Heusser

Wenn er nicht an den Crypto Broker Trading Desk gefesselt ist - mit 24/7 Trading verfügbar für unsere Kunden - liefert Patrick Heusser aktuelle Kommentare zu den aufstrebenden Crypto Märkten, sowohl für unsere Kunden als auch für die Finanzpresse. Bevor er zu Crypto Broker stiess war Patrick als Zinshändler bei der UBS tätig und hatte verschiedene Positionen in der IRCC (Interest Rate, Commodity, and Currency) Trading Division in London, New York, Singapur und Zürich inne. Patrick ist Experte für Trading und Risikomanagement und verfügt über Erfahrung in der Führung von Startup Projekten.