Der Bitcoin-Preis fiel heute Nacht auf ein Intraday-Tief von 83'383 USD. Das entspricht einem Tagesrückgang von 6.4 Prozent und dem niedrigsten Stand seit November 2025. Seit dem Allzeithoch von 126'000 USD im Oktober 2025 beträgt der Rückgang damit rund 33 Prozent.
Gleichzeitig verzeichneten die US-Spot-Bitcoin-ETFs in der Woche vom 20. bis 26. Januar Nettoabflüsse von 1.14 Milliarden USD. Fidelitys FBTC verlor dabei 757 Millionen, BlackRocks IBIT 509 Millionen und Grayscales GBTC zwischen 290 und 408 Millionen. Drei Fonds waren somit für 92 Prozent aller Abflüsse verantwortlich.
Kapitalrotation in Rohstoffe und Rebalancing
Der Abverkauf bei Bitcoin steht im Kontext einer breiteren Kapitalrotation. Gold erreichte am 28. Januar 5'268 USD pro Unze, mit einem kurzzeitigen Intraday-Spike über 5'600 USD am Folgetag. Silber stieg im Januar 2026 um 65 Prozent auf 120 USD pro Unze. Anleger bevorzugen folglich klassische Safe-Haven-Assets.
Denn auch der Technologiesektor geriet unter Druck. Der Nasdaq verlor 1.5 Prozent, Microsoft fiel nach den Quartalszahlen um 11 Prozent. Neue US-Zölle auf seltene Erden und chinesische Exportbeschränkungen verschärften die Unsicherheit zusätzlich. Der CoinMarketCap Altcoin Season Indicator steht bei 25 von 100 Punkten. Ethereum verlor 6 Prozent, Solana 3.4 Prozent.
ETF-Abflüsse im historischen Kontext
Die Januar-Abflüsse reihen sich in einen längeren Trend ein. Bereits im November und Dezember 2025 verloren die US-Spot-Bitcoin-ETFs zusammen 4.57 Milliarden USD. Allein im November flossen 3.48 Milliarden ab. Zum Jahresstart 2026 kehrte kurzzeitig Optimismus zurück: Am 2. und 3. Januar verzeichneten die Fonds Zuflüsse von 1.16 Milliarden. Ab dem 6. Januar drehte die Richtung allerdings erneut.

Trotz der jüngsten Abflüsse verwalten die US-Spot-Bitcoin-ETFs weiterhin über 110 Milliarden USD an Assets under Management. Seit dem Launch im Januar 2024 betragen die kumulativen Nettozuflüsse rund 57.5 Milliarden. Grayscales GBTC hat seit der Konversion zum Spot-ETF kumulativ über 25 Milliarden USD an Abflüssen verzeichnet. Parallel zogen neuere Produkte wie XRP- und Solana-ETFs, die Ende 2025 lancierten, stetige Zuflüsse an. Auch der KI-Sektor absorbierte Risikokapital, das zuvor in den Krypto-Markt geflossen war.
Derivatemarkt unter Druck
Der Rückgang löste innerhalb von 24 Stunden Liquidationen von 319 Millionen USD aus. Im Optionsmarkt waren 97 Prozent der Call-Optionen out-of-the-money, während 50 Prozent der Put-Optionen im Geld notierten. Die langfristigen Halter zogen sich ebenfalls zurück: 2025 verkauften sie Bitcoin im Wert von fast 300 Milliarden USD.
Das Futures Open Interest sank von 94.1 Milliarden auf 54.6 Milliarden USD. Das entspricht einer Reduktion um 40 Prozent seit dem Allzeithoch. Technisch durchbrach Bitcoin den 100-Wochen-SMA bei rund 85'000 USD. Die nächste relevante Unterstützungszone liegt bei 80'000 USD. Widerstände befinden sich beim 100-Tage-EMA bei 96'000 USD und beim 200-Tage-EMA bei 99'500 USD.
Fed-Politik und politische Unsicherheit
Die US-Notenbank beliess den Leitzins am 28. Januar bei 3.50 bis 3.75 Prozent. Für die Krypto-Märkte war der Entscheid neutral, da er den Erwartungen entsprach. Schwerer wiegt die politische Dimension. Jerome Powell offenbarte nämlich, dass das Justizministerium Grand-Jury-Vorladungen an die Fed ausgestellt hat. Er bezeichnete die Untersuchung als Bestrafung für die Weigerung der Fed, die Zinsen nach Trumps Wünschen zu senken.
Präsident Trump kündigte an, Powells Nachfolger am 30. Januar bekannt zu geben. Powells Amtszeit endet im Mai 2026. Auf Polymarket führt Kevin Warsh mit 80 Prozent als Favorit. Weitere Kandidaten sind Kevin Hassett, Christopher Waller und Rick Rieder. Ein geldpolitisch lockerer Fed-Vorsitzender könnte die Zinssenkungserwartungen beschleunigen. Der aktuelle Favorit gilt allerdings als "Hawk" mit Fokus auf die Stärkung der Leitwährung.









