Bitcoin fiel am Montagmorgen in Asien um rund 1 Prozent auf 66'772 USD. Der Rückgang fällt eher gering aus. Denn Börsen in Asien reagierten deutlich heftiger auf die Luftangriffe der USA und Israels gegen Iran vom 28. Februar. Konkret verlor der Nikkei 225 über 2.5 Prozent.
Der Hang Seng in Hongkong und der Straits Times Index in Singapur fielen jeweils fast 2 Prozent. Ebenso notierten S&P-500-Futures 1.4 Prozent im Minus. Dagegen zeigt sich am Rohstoffmarkt ein anderes Bild. Brent Crude stieg um 7 Prozent auf rund 78 USD pro Barrel. Gold legte zudem 1.9 Prozent zu auf 5'381 USD pro Unze. Beide Werte profitieren von der Flucht in Krisenwerte. Bitcoin hingegen pendelte am Wochenende zwischen 63'000 und 66'000 USD, bevor der Kurs sich erholte.

Krypto-Märkte als Wochenend-Barometer
Die Luftangriffe unter dem Namen "Operation Roaring Lion" begannen am Freitag nach US-Börsenschluss. Deshalb blieben die Börsen geschlossen. Krypto-Börsen hingegen liefen weiter und dienten als einzige Plattform für den Handel in der Krise. Bitcoin fiel zunächst auf ein Tagestief von 63'030 USD. Insgesamt betrug der Verlust in jener Woche rund 2.8 Prozent.
Gleichzeitig kämpfte der Markt mit starken Schocks. Dabei beliefen sich Zwangsverkäufe auf über 651 Millionen USD in 24 Stunden. Funding Rates bei Bitcoin-Futures fielen auf minus 6 Prozent. Ausserdem sank der Fear and Greed Index auf 11, den tiefsten Stand seit Monaten. Dezentrale Börsen wie Hyperliquid spielten dabei eine wichtige Rolle. Konkret stiegen dort Öl-Futures um 6.2 Prozent und Gold-Futures um 5 Prozent. Die Plattformen fingen somit Volumen auf, das sonst über Rohstoffmärkte fliesst.
Der erste Abverkauf im Bitcoin folgte dem Muster früherer Krisen. Auffällig war allerdings die schnelle Erholung. Denn als iranische Medien am 1. März den Tod von Ayatollah Ali Khamenei bestätigten, sprang Bitcoin kurz auf rund 68'000 USD. Der Markt wertete die Nachricht wohl als Zeichen für ein Ende der Eskalation. Ethereum verlor mit minus 2.2 Prozent auf 1'971 USD etwas stärker. Grosse Verwerfungen bei Stablecoins blieben jedoch aus.
Strasse von Hormus als grösstes Risiko
Die Eskalation geht weit über einen Luftangriff hinaus. Schliesslich griffen Angreifer auch drei Schiffe nahe der Strasse von Hormus an, darunter die "Skylight" unter Palau-Flagge. Maersk stoppte daraufhin alle Fahrten durch die Strasse von Hormus und Bab el-Mandeb. Folglich sitzen rund 170 Frachtschiffe in der Meerenge fest.
Durch die Strasse von Hormus fliessen rund 20 Prozent des weltweiten Öls, etwa 15 Millionen Barrel pro Tag. Dazu stiegen Prämien für Kriegsrisiken bei Schiffen um rund 50 Prozent. Umwege über das Kap der Guten Hoffnung dauern 10 bis 14 Tage länger. Sollte die Meerenge weiter gesperrt bleiben, könnte Brent laut UBS sogar auf über 120 USD pro Barrel steigen.
Eskalation bestimmt die Richtung
Trump bezeichnete die Operation als Sache von "vier Wochen oder weniger". Weiterhin kündigte er auf Truth Social Vergeltung für drei in Kuwait getötete US-Soldaten an. Iran erklärte 40 Tage Staatstrauer und setzte einen Übergangsrat unter Präsident Pezeshkian ein. Auch die VAE schlossen beide Börsen in Abu Dhabi und Dubai. Solange die Strasse von Hormus blockiert bleibt, dürfte der Aufschlag für Risiken an den Märkten dennoch bestehen bleiben.








