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    Circle setzte sich im Schiedsverfahren gegen den Tether-nahen Fonds Heka Funds durch und wehrte dessen Forderung von 49 Mio. USD ab.

    Circle gewinnt Schiedsverfahren gegen Tether-nahen Heka Funds

    von Redaktion cvj.ch am 15. Juli 2026 Legal/Compliance

    Circle hat laut einem Bericht ein Schiedsverfahren gegen den Tether-nahen Fonds Heka Funds gewonnen. Der Stablecoin-Emittent hatte den Fonds zuvor Ende 2023 wegen Verdachts auf Marktmanipulation gesperrt, worauf dieser vergeblich 49 Mio. USD Schadenersatz forderte.

    Circle ist der Emittent des Stablecoins USDC und seit Juni 2025 unter dem Ticker CRCL an der NYSE notiert. Als Plattformbetreiber kontrolliert das Unternehmen gleichzeitig den Zugang zu seinen Diensten und kann Konten bei Verdacht auf missbräuchliches Handelsverhalten sperren. Ende 2023 sperrte Circle demnach den Fonds Heka Funds. Dessen Handelsmuster deuteten laut Bericht auf eine gezielte Bevorzugung des Konkurrenz-Stablecoins USDT hin. Daraufhin leitete Heka Funds 2024 ein Schiedsverfahren ein. Die Details und der Ausgang zugunsten von Circle wurden allerdings erst Mitte Juli 2026 öffentlich bekannt.

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    Verdächtige Handelsmuster zugunsten von USDT

    Auslöser der Sperrung waren laut Bericht auffällige Handelsmuster des Fonds. Diese sollen den Konkurrenten Tether gezielt bevorzugt haben. Circle sah darin folglich ein Verhalten, das einer Marktmanipulation zugunsten von USDT nahekam. Für einen Emittenten ist das kein Randthema, sondern berührt die Integrität des eigenen Ökosystems. Ende 2023 entzog das Unternehmen dem Fonds deshalb den Zugang zu seiner Plattform.

    Für einen Stablecoin-Emittenten ist ein solcher Verdacht heikel. Die Glaubwürdigkeit eines Tokens hängt an einem stabilen Peg und am Vertrauen des Marktes. Stablecoins sollen jederzeit eins zu eins gegen den zugrunde liegenden Dollar einlösbar sein, weshalb koordinierte Handelsmuster besonders sensibel sind. Gerät das Vertrauen ins Wanken, droht ein Stablecoin von seinem Zielkurs abzuweichen und Anleger in die Flucht zu treiben.

    Die Schadenersatzforderung von 49 Millionen Dollar

    Heka Funds wollte die Sperrung nicht hinnehmen. Deswegen leitete der Fonds 2024 ein Schiedsverfahren ein und forderte 49 Mio. USD Schadenersatz. Die Summe begründete er mit entgangenen Gewinnen, die ihm durch den Ausschluss von der Plattform entstanden seien. Für einen auf Stablecoin-Arbitrage spezialisierten Fonds bedeutet der Verlust eines Zugangs zu einem grossen Emittenten unmittelbar entgangene Handelsmöglichkeiten. Der Zugang zu Circles Infrastruktur war für das Geschäftsmodell folglich von erheblichem Wert.

    Der Schiedsrichter entschied jedoch zugunsten von Circle und wies die Klage ab. Der Emittent musste den geforderten Schadenersatz somit nicht zahlen. Wann genau der Spruch fiel, ist nicht bekannt. Die Details wurden erst am 14. Juli 2026 öffentlich. Schiedsverfahren gelten in der Finanzbranche als vertrauliche Alternative zu öffentlichen Gerichtsprozessen, weshalb Details wie in diesem Fall oft erst mit Verzögerung bekannt werden. In einem solchen Verfahren entscheidet statt eines staatlichen Gerichts ein privat bestellter Schiedsrichter. Dessen Spruch bindet beide Seiten und lässt sich nur eingeschränkt anfechten.

    Eine offizielle Stellungnahme von Circle, Tether, Heka Funds oder dessen Manager Abraxas Capital liegt bislang nicht vor. Der gesamte Sachverhalt stützt sich zudem auf einen einzigen Bericht, weshalb einzelne Angaben mit Vorsicht zu behandeln sind. Ohne Aussagen der Beteiligten bleibt zunächst offen, wie der Schiedsrichter die Vorwürfe im Detail bewertete. Damit endet der Streit vorerst zugunsten des USDC-Emittenten.

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    Circles Sperrung traf Heka Funds tief

    Hinter Heka Funds steht eine auf Malta registrierte Investmentgesellschaft. Offiziell firmiert sie als Heka Funds SICAV p.l.c. mit dem Teilfonds Elysium Global Arbitrage Fund. Malta gilt ferner als etablierter Standort für regulierte Fondsstrukturen innerhalb der EU. Die Londoner Vermögensverwaltung Abraxas Capital Management managt das Vehikel und verantwortet dessen Handelsstrategie.

    Ursprünglich Ende 2018 aufgelegt, ist der Fonds auf Stablecoin- und Tether-Arbitrage spezialisiert. Arbitrage-Fonds nutzen kleine Preisunterschiede zwischen Handelsplätzen oder zwischen einzelnen Stablecoins aus, um daraus systematisch Gewinne zu erzielen. Pro Transaktion fällt dabei nur eine schmale Marge an, weshalb das Geschäft vor allem über hohe Volumen und schnelle Abwicklung funktioniert. Fällt ein zentraler Handelspartner weg, sinkt die erzielbare Rendite spürbar, weil sich die Zahl nutzbarer Handelswege verringert. Ein Zugang zu den Emissions- und Rücknahmekanälen der grossen Emittenten ist für diese Strategie daher zentral. Über die Jahre entwickelte sich der Fonds zu einem der grössten institutionellen Abnehmer von Tether-USDT.

    Laut einer Protos-Recherche mit Daten aus 2021 hielt er zeitweise bis zu 540 Mio. EUR (rund 570 Mio. USD) in Stablecoins. Diese verteilten sich auf USDC und USDT. Seit Auflage wies der Fonds ferner einen kumulierten Gewinn von über 100% aus. Für 2021 verbuchte er einen Jahresgewinn von rund 49 Mio. EUR. Diese Zahl ähnelt zufällig der späteren Schadenersatzforderung, betrifft jedoch einen anderen Sachverhalt aus einem anderen Jahr. Der Manager Abraxas Capital selbst verzeichnete im selben Jahr hingegen lediglich knapp 5.8 Mio. USD Gewinn.

    Stablecoin-Wettbewerb zwischen Circle und Tether

    Circle und Tether sind die beiden dominanten Stablecoin-Emittenten weltweit. Gemessen an der Marktkapitalisierung bleibt USDT mit deutlichem Abstand der grössere der beiden Anbieter. Seit Juni 2025 ist Circle unter dem Ticker CRCL an der NYSE notiert. Als börsennotiertes Unternehmen steht der Emittent stärker im regulatorischen Fokus und rückt näher an die Aufsichtsbehörden als der Rivale Tether.

    Der GENIUS Act soll in den USA einen bundesweiten Rahmen für die Regulierung von Stablecoin-Emittenten schaffen. Ein solcher Rahmen würde einheitliche Vorgaben zu Reserven, Prüfungen und Offenlegung durchsetzen. Ebenfalls erhöht die Frage möglicher Zinszahlungen auf Stablecoins den regulatorischen Druck. Für Emittenten wie Circle steigert ein klarer Rechtsrahmen den Wert einer sauberen Compliance-Bilanz gegenüber intransparenteren Wettbewerbern.

    Der Fall zeigt, wie Plattform-Governance zum Wettbewerbsinstrument zwischen den beiden Grössten wird. Marktüberwachung und Zugangssperren sind für einen Emittenten daher nicht nur Compliance-Pflicht, sondern auch ein Hebel gegenüber der Konkurrenz. Zugangsregeln entscheiden zudem mit darüber, welche Marktteilnehmer welchen Stablecoin bevorzugt bewegen. Ein Emittent steuert damit indirekt, wie liquide sein Token im Vergleich zum Rivalen bleibt. Ein Ausschluss von der Plattform trifft einen Arbitrage-Fonds unmittelbar im Kerngeschäft. Für Circle bündelt der Fall letztlich zwei Interessen, nämlich Marktintegrität und Wettbewerbsvorteil.

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    Die Redaktion des Crypto Valley Journal berichtet seit 2018 aus Zug, dem Sitz des Schweizer Crypto Valley, über Bitcoin, Krypto, Blockchain und die regulatorische Entwicklung digitaler Vermögenswerte. Hinter der kollektiven Redaktionsstimme steht ein Team aus Autoren mit Hintergrund in Finanzmarkt, Recht und Technologie.

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