Die CME Group öffnet ihren Krypto-Futures Handel ab dem 29. Mai 2026 rund um die Uhr. Erstmals können institutionelle Investoren Bitcoin- und Ethereum-Derivate an sieben Tagen pro Woche über die regulierte Plattform CME Globex handeln. Auch Futures auf Cardano, Chainlink und Stellar sind Teil des Angebots.
Der Schritt folgt auf ein Rekordjahr. 2025 erreichten Krypto-Derivate auf der CME ein notionales Volumen von 3 Billionen USD. Bisher liegt das durchschnittliche tägliche Handelsvolumen 2026 bei 407'200 Kontrakten, ein Plus von 46 Prozent im Jahresvergleich. Denn die institutionelle Nachfrage nach regulierten Absicherungsinstrumenten wächst schneller als erwartet.
Warum der Krypto-Markt durchgehenden Zugang braucht
Digitale Assets werden auf Spot-Börsen bereits rund um die Uhr gehandelt. Regulierte Derivatemärkte operieren hingegen nach traditionellen Handelszeiten mit Pausen über Nacht und am Wochenende. Für institutionelle Investoren entsteht dadurch eine strukturelle Lücke. Preisbewegungen am Wochenende lassen sich nicht absichern. Hedging-Strategien greifen entsprechend erst mit Verzögerung.
Die CME schliesst diese Lücke nun gezielt. Der neue 24/7-Modus läuft kontinuierlich mit mindestens zwei Stunden wöchentlicher Wartung am Wochenende. Trades, die zwischen Freitagabend und Sonntagabend ausgeführt werden, erhalten den Folgegeschäftstag als offizielles Handelsdatum. Clearing, Settlement und regulatorisches Reporting erfolgen ebenfalls am nächsten Geschäftstag.
Ein Fondsmanager kann so seine Bitcoin-Position am Samstagmorgen absichern, ohne auf den Montag warten zu müssen. Handelsaktivität bei Kryptowährungen erreicht häufig Spitzen ausserhalb der US-Geschäftszeiten. Somit adressiert die CME genau jene Zeitfenster, in denen bisher regulierte Alternativen fehlten.
Rekordvolumina treiben die Expansion
Die Zahlen untermauern den strategischen Entscheid. Im laufenden Jahr liegt das durchschnittliche Futures-Volumen auf der CME bei 403'900 Kontrakten pro Tag. Das entspricht einem Anstieg von 47 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig beträgt das durchschnittliche tägliche Open Interest 335'400 Kontrakte - ein Wachstum von 7 Prozent. Marktbreit liegt das Open Interest bei Bitcoin-Derivaten bei rund 44 Milliarden USD.
"Die Kundennachfrage nach Risikomanagement im Digital-Asset-Markt ist auf einem Allzeithoch und treibt ein Rekordvolumen von 3 Billionen USD über unsere Krypto-Futures und -Optionen im Jahr 2025." - Tim McCourt, Global Head of Equities, FX and Alternative Products, CME Group
Parallel dazu wächst die Breite des Angebots. Erst im Februar 2026 erweiterte die CME ihr Produktspektrum um Futures auf Cardano, Chainlink und Stellar. Neben den etablierten Bitcoin- und Ethereum-Kontrakten deckt die Börse damit zunehmend auch mittelgrosse Krypto-Assets ab. Für institutionelle Akteure, die diversifizierte Portfolios absichern wollen, ist das ein relevanter Faktor.
CMEs Weg von Bitcoin-Futures zum Vollsortiment
Die CME Group betrat den Krypto-Markt 2017 mit der Einführung von Bitcoin-Futures. Damals war die Entscheidung umstritten. Viele traditionelle Marktteilnehmer betrachteten Kryptowährungen als spekulatives Nischenprodukt. Allerdings fehlte institutionellen Investoren ein regulierter Zugang zur Anlageklasse.
2021 folgten Ethereum-Futures. Die CME positionierte sich als bevorzugte Plattform für Hedgefonds, Asset Manager und Pensionskassen. Diese wollten Krypto-Exposure reguliert aufbauen oder absichern. Gegenüber unregulierten Krypto-Börsen bot die CME zentrale Gegenpartei, standardisierte Kontrakte und aufsichtsrechtliche Compliance.
Der Sprung zum 24/7-Handel markiert dennoch eine Abkehr von der Struktur traditioneller Anlageklassen. Aktien, Anleihen und Rohstoffe pausieren nachts und am Wochenende. Krypto-Derivate folgen nun einer eigenen Logik. Statt den Krypto-Handel in bestehende Handelszeiten zu zwingen, passt sich die CME dem Rhythmus des zugrunde liegenden Marktes an.







