Am 3. Januar 2026 feierte Bitcoin seinen 17. Geburtstag. An diesem Tag im Jahr 2009 schürfte Satoshi Nakamoto den Genesis Block und legte damit den Grundstein für die erste dezentrale Kryptowährung der Welt. Der Block mit der Nummer 0 enthielt eine versteckte Botschaft, die bis heute als Manifest der Bitcoin-Bewegung gilt.
Heute handelt Bitcoin bei rund 90'000 Dollar mit einer Marktkapitalisierung von über 1.8 Billionen Dollar. Das Netzwerk hat mehr als 900'000 Blöcke verarbeitet und erreicht eine Hashrate von über 1 Zettahash pro Sekunde. Von einem obskuren Experiment unter Kryptographen hat sich Bitcoin zu einem globalen Finanzinstrument entwickelt, das institutionelle Investoren und Privatanleger gleichermassen anzieht.
Die Geburt einer neuen Ära
Satoshi Nakamoto schürfte den Genesis Block am 3. Januar 2009 um 18:15:05 UTC. Die wahre Identität des Schöpfers bleibt bis heute unbekannt. Dabei bettete Nakamoto eine Nachricht in den Block ein: "The Times 03/Jan/2009 Chancellor on brink of second bailout for banks". Diese Schlagzeile der britischen Zeitung The Times diente als Zeitstempel und zugleich als politisches Statement. Bitcoin entstand somit nicht nur als technologisches Experiment. Es war eine direkte Reaktion auf ein Finanzsystem, das viele als gescheitert betrachteten.
Die ersten 50 BTC im Genesis Block sind technisch verloren. Dennoch senden Bitcoin-Nutzer seit Jahren kleine Beträge an die Genesis-Adresse. Diese Transfers gelten als symbolische Hommage an den Schöpfer. Sechs Tage später, am 9. Januar 2009, schürfte das Netzwerk Block 1. Gleichzeitig veröffentlichte Satoshi die Bitcoin-Software öffentlich. Drei Tage darauf erhielt der Kryptograph Hal Finney die erste Bitcoin-Transaktion der Geschichte: 10 BTC direkt von Nakamoto.
Die frühe Bitcoin-Community bestand aus einer Handvoll Entwickler und Kryptographie-Enthusiasten. Damals ahnte niemand, welche Ausmasse dieses Projekt annehmen würde. Der erste dokumentierte Wechselkurs kam Ende 2009 zustande. Nutzer im BitcoinTalk-Forum handelten dabei 5'050 BTC für 5.02 Dollar. Das entspricht einem Preis von etwa 0.001 Dollar pro Bitcoin.
Von Null auf Hundert: Die wichtigsten Meilensteine
Die Geschichte von Bitcoin liest sich wie eine Achterbahnfahrt. Am 22. Mai 2010 zahlte der Programmierer Laszlo Hanyecz 10'000 BTC für zwei Pizzen, damals etwa 25 Dollar wert. Dieser Tag wird heute als "Bitcoin Pizza Day" gefeiert. Jene 10'000 BTC wären heute über 900 Millionen Dollar wert.
Im Februar 2011 erreichte Bitcoin erstmals die Parität zum Dollar. Wenige Monate später schoss der Preis auf der Börse Mt. Gox auf 30 Dollar. Das erste Halving im November 2012 reduzierte die Block-Belohnung von 50 auf 25 BTC. Im November 2013 durchbrach Bitcoin daraufhin die 1'000-Dollar-Marke. Dann kam der Einbruch: Mt. Gox, damals die grösste Bitcoin-Börse, verlor 2014 etwa 744'000 BTC durch einen Hack. Folglich stürzte der Preis ab und erholte sich erst Jahre später.
Das zweite Halving 2016 halbierte die Belohnung auf 12.5 BTC. Ende 2017 erreichte Bitcoin daraufhin knapp 20'000 Dollar. Allerdings setzte danach ein längerer Bärenmarkt ein. Der dritte Halving-Zyklus 2020 brachte eine Belohnung von 6.25 BTC pro Block. Zudem begannen institutionelle Investoren wie MicroStrategy und Tesla, Bitcoin in ihre Bilanzen aufzunehmen. Im April 2021 erreichte der Preis entsprechend mit 64'895 Dollar ein neues Allzeithoch, bevor ein weiterer brutaler Krypto-Winter einsetzte.
2024 und 2025: Durchbruch in den Mainstream
Im Januar 2024 genehmigte die US-Börsenaufsicht SEC die ersten Spot-Bitcoin-ETFs. Dieser Schritt markierte einen Wendepunkt. Erstmals konnten traditionelle Investoren über regulierte Produkte direkt in Bitcoin investieren. Die Kapitalzuflüsse übertrafen dabei alle Erwartungen. Im März 2024 erreichte Bitcoin folglich 73'737 Dollar, angetrieben durch die ETF-Nachfrage.
Das vierte Halving am 19. April 2024 reduzierte die Block-Belohnung schliesslich auf 3.125 BTC. Darüber hinaus verarbeitete das Bitcoin-Netzwerk am 5. Mai 2024 seine milliardste Transaktion. Dies geschah 15 Jahre und vier Monate nach dem Genesis Block. Die Hashrate des Netzwerks stieg 2025 zudem auf über 1 Zettahash pro Sekunde. Dieser technische Meilenstein demonstriert die enorme Rechenleistung des Netzwerks.
Im Oktober 2025 erreichte Bitcoin sein bisheriges Allzeithoch von rund 126'000 Dollar. Die Kombination aus ETF-Zuflüssen, dem Halving-Effekt und zunehmender institutioneller Akzeptanz trieb den Preis nach oben. Zum Jahresbeginn 2026 pendelt der Kurs jedoch um 90'000 Dollar. Dies folgt auf Gewinnmitnahmen und makroökonomische Anpassungen. Die Marktkapitalisierung beträgt dennoch über 1.8 Billionen Dollar.
Ein Netzwerk für die nächsten 17 Jahre
Das Bitcoin-Netzwerk zeigt nach 17 Jahren keine Ermüdungserscheinungen. Über 560 Millionen Menschen weltweit besitzen Kryptowährungen. Dabei ist Bitcoin in 68 Prozent aller aktiven Wallets vertreten. Schätzungen zufolge halten etwa 100 Millionen Personen direkt Bitcoin. Allerdings enthalten weniger als eine Million Wallets einen ganzen Bitcoin oder mehr.
Die Mining-Industrie hat sich inzwischen professionalisiert. US-amerikanische Mining-Pools wie Foundry USA dominieren mit einem Marktanteil von 25.7 Prozent. Die durchschnittlichen Produktionskosten für einen Bitcoin liegen bei etwa 94'000 Dollar. Gleichzeitig treiben neue ASIC-Miner mit Energieeffizienzen von 13 bis 16.5 Joule pro Terahash die Hashrate weiter nach oben. Analysten von CoinShares prognostizieren entsprechend, dass das Netzwerk Anfang 2027 die Marke von 2 Zettahash erreichen wird.
Der millionste Block wird voraussichtlich in den ersten Monaten 2027 geschürft. Danach werden weitere Halvings die Block-Belohnung schrittweise reduzieren. Im Jahr 2140 soll der letzte Bitcoin geschürft sein. Die Vision von Satoshi Nakamoto hat sich nach 17 Jahren als bemerkenswert widerstandsfähig erwiesen. Ein dezentrales Geldsystem ohne zentrale Kontrolle existiert und funktioniert. Ob Bitcoin in weiteren 17 Jahren noch relevant sein wird, bleibt offen. Die bisherige Entwicklung spricht jedoch dafür.






