Bitcoin – Eine Währung mit klaren Regeln

Notenbankpolitik und Geldsystem

Seit der Finanzkrise ist der globale Trend der Notenbanken klar. Ursprünglich als Rettung des Bankensystems vorgesehen, wird die expansive Notenbankpolitik mittlerweile als Vision für ein ewiges Wachstum ohne Rezessionsphasen fortgesetzt. Tiefe Zinsen und die Schaffung von immer mehr neuem Geld, um damit Anleihen und Aktien am Markt zu erwerben, ist courant normal im Tagesgeschäft der Notenbanken. Die Welt soll mit billigem Kapital versorgt werden. Unter dem Namen «Quantitative Lockerung» läuft ein Experiment welches so noch nie getestet wurde. Eine Obergrenze der Geldmengenausweitung ist nicht definiert. Und so hat der Sparer nebst der Inflation nun auch noch Minuszinsen auf seinem Geld zu entrichten.

Aktuell werden Anleihen im Umfang von 13.4 Billionen, oder fast ein Viertel aller ausstehenden Schulden in Form von Anleihen negativ verzinst. Um jemanden Geld zu leihen muss also ein Zins entrichtet werden. Marktwirtschaftliche Grundsätze werden aktuell neu geschrieben.
Mit einem Mix aus Minuszinsen und Inflationsrate reduziert sich hierzulande ein Erspartes schnell mal um 2% pro Jahr, oder 40% in 20 Jahren.

Aktuell werden Anleihen im Umfang von 13.4 Billionen, oder fast ein Viertel aller ausstehenden Schulden in Form von Anleihen negativ verzinst.

Vermögenswerte ohne «beliebig reproduzierbarem» Angebot gesucht

Kein Wunder sind in diesem Umfeld Anlagen gesucht, welche nicht wie unser FIAT Geld beliebig reproduziert werden können. Immobilien oder Edelmetalle weisen diese Eigenschaften auf, oder auch Bitcoin. Im Falle von Gold ist die Erweiterung der Angebotsseite limitiert auf die Menge welche jedes Jahr zu Tage gefördert wird. Bitcoin als Digitale Währung hat vorgegebene Grenzen was die Angebotsseite betrifft. So ist die im Code verankerte maximale Anzahl Bitcoins auf 21 Millionen limitiert.  Aktuell sind es knapp 18 Mio Coins. Neu geschaffene Bitcoins werden als Entgelt den Minern ausgeschüttet, welche Rechenleistung zur Sicherstellung des Blockchainsystems beisteuern. Aktuell sind dies 12.5 Bitcoins pro neu geschaffenen Block, was einer Inflationsrate von ca. 3.7% entspricht. Die Ausschüttung halbiert sich allerdings alle 4 Jahre und somit sind im Jahre 2030 bereits 98% der Maximalen Anzahl Bitcoins geschaffen. Im Jahre 2140 dürften somit die letzten Blockentschädigungen an die Miner ausbezahlt werden. Danach werden Miner nur noch an den Transaktionskosten verdienen welche man für den Transfer von Bitcoins entrichten muss.

M3 Geldmengenwachstum Eurozone. Quelle: Wikipedia

Dezentral geführte Buchhaltung, Zensurresistent und Unveränderbar

Nebst der limitierten Gesamtmenge und der sinkenden Inflationsrate hat Bitcoin dank des dezentralen Charakters und der unterliegenden Blockchain-Technologie noch weitere klare Gegebenheiten. Geschützt durch Kryptographie bleibt ein Eigentümer von Bitcoins Besitzer seiner Coins solange er im Besitz seines privaten Schlüssels ist. Diese Bitcoins können innerhalb weniger Blockbestätigungen an beliebige Personen transferiert werden. Dabei spielt der Aufenthaltsort des Empfängers keine Rolle, einzige Voraussetzung ist der Besitz einer «Wallet-Adresse». Nur der Eigentümer ist bemächtigt über dieses Asset in Form von Bitcoins zu bestimmen. Keine zentrale Institution ist im ganzen Kreislauf involviert. Es gibt keine Bevorteilung oder Zensur von Transaktionen. Alle Transaktionen werden in einer für alle zugänglichen Buchhaltung dezentral auf tausenden von Rechnern weltweit geführt. Es gibt keine Manipulationsmöglichkeit von Transaktionen und Guthaben.

Antwort auf Finanzkrise?

Das Timing ist auffällig. Mitten in der Finanzkrise, zu Jahresbeginn 2009 wurde der erste Bitcoin Block (engl.=genesis block) geschaffen. In diesem ersten Block war eine Schlagzeile der britischen Zeitschrift «Times» desselben Tages eingebettet:

“Chancellor on brink of second bailout for banks”

Der Artikel bezog sich auf Aussagen des seinerzeit amtenden britischen Schatzkanzlers Alistair Darling welcher die Öffentlichkeit auf das Scheitern der bisherigen Rettungsversuche für das Finanzsystem informierte. Wir erinnern uns: Unter Ausschluss der Öffentlichkeit wurden von Regierungen Rettungspakete für Banken in atemberaubenden Grössen geschnürt.

So wurde 2009 mit Bitcoin eine Alternative zum traditionellen Geldsystem erschaffen.
Ein dezentrales globales System mit klaren Regeln, geschützt durch Kryptographie.

Share.

Über den Autor

Redaktion cvj.ch

Die CVJ Redaktion besteht aus einem Team von Blockchain Experten und informiert täglich und unabhängig über die spannendsten Neuigkeiten.