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    Tokenisierung: Steigendes Interesse von Finanzinstituten

    von Dominik Spicher am 15. März 2021 Blockchain

    Neben Investments in Krypto-Assets rücken Blockchain-Anwendungsfälle wie Tokenisierung vermehrt in den Fokus von Banken, Börsen und Fintechs. Sehen wir die Anfänge eines wichtigen Trends?

    Das Konzept der Tokenisierung hält sich hartnäckig, obwohl es von Beobachtern in der Vergangenheit bereits mehrmals abgeschrieben wurde. Im Zuge technologischer Fortschritte sowie zunehmender regulatorischer Klarheit im Bereich Blockchain-Anwendungen starten immer mehr führende Banken, Börsen und Fintech-Unternehmen Tokenisierungs-Projekte . Sind dies die Anzeichen eines Paradigmenwechsels in unserem Finanzsystem?

    Die aktuellen Tokenisierungs-Bestreben werden interessanterweise von zwei Seiten gleichzeitig vorangetrieben: Auf der einen Seite führen Finanzinstitute und Behörden Tokenisierungs-Versuche durch – wie zum Beispiel die Kreation eines digitalen Frankens oder tokenisierter Anleihen und Aktien. Gleichzeitig lässt sich auf öffentlichen Blockchains eine regelrechte Explosion von Tokenisierungs-Projekten beobachten, die unter dem Sammelbegriff «Decentralised Finance» (kurz: «DeFi») für Aufsehen sorgen. Tatsache ist: Tokenisierung hat mittlerweile nicht mehr nur abstraktes Potenzial, sondern findet effektiv statt.

    Tokenisierung: Ist die Zukunft in der Gegenwart angekommen?

    Unter Tokenisierung wird die kryptografische Abbildung von digitalen und realen Vermögenswerten auf einem dezentralen Ledger, respektive einer Blockchain, verstanden. Dies führt zu Vorteilen wie Effizienzsteigerungen und mehr Transparenz. Während sich die Grundprinzipien der Tokenisierung leicht umschreiben lassen, so sind ihre konkreten Anwendungsfälle äusserst vielfältig.

    Zahlreiche Finanzinstitute haben dabei bereits seit Jahren Erfahrungen mit Blockchain-Anwendungen gesammelt und sich mit Pilot-Projekten darauf vorbereitet, diese in der Praxis einzusetzen. Während die «First-Mover-Phase» seit einigen Jahren im Gang ist, scheint jetzt die Zeit der ersten Nachahmer zu kommen, die auf den Trend aufspringen wollen.

    Die spezifischen Herausforderungen für Finanzinstitute

    Das grosse Potenzial der Tokenisierung ist mittlerweile vielen klar geworden, doch bei der konkreten Umsetzung stellen sich noch Fragen: Wie sollen sich Finanzinstitute in der hochdynamischen Welt der Tokenisierung bewegen, welche Anwendungsfälle sollten im Zentrum stehen, wie können die Risiken abgeschätzt werden und welche öffentliche oder private Infrastruktur sollte genutzt werden?

    Die erste Hürde für Finanzinstitute ist also der Aufbau von Know-how. Vor dem mit hohem Aufwand und Risiko behafteten Aufbau eigener Tokenisierungs-Lösungen, setzen deshalb die meisten auf die Durchführung von PoCs (Proof of Concepts).

    Warum PoCs so beliebt sind

    Wenn es um den Einsatz neuer Technologien wie der Blockchain geht, so wählen die meisten grösseren Unternehmen einen iterativen Ansatz: Sie beginnen mit einem PoC und entwickeln erfolgreiche Pilot-Projekte dann weiter zu funktionierenden Endlösungen.

    Denn in einem PoC können tokenisierte Assets in einer kontrollierten Umgebung erstellt und verwaltet werden, was die Risiken gering hält und eine steile Lernkurve ermöglicht. Ein PoC ermöglicht es Finanzinstituten zudem, von kompetenten Partnern zu lernen und so ihr eigenes Wissen aufzubauen.

    Bei der Durchführung von Tokenisierungs-Projekten sind Banken sowohl auf regulatorisches als auch technologisches Expertenwissen angewiesen. Mehr Informationen zum Thema finden Sie hier.

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    Über den Autor

    Dominik Spicher

      Dominik Spicher ist Blockchain Application Expert im Team für Storage Infrastruktur und Tokenisierung bei Crypto Finance, wo er sich hauptsächlich mit Tokenisierungsprojekten beschäftigt. Sein akademischer Hintergrund liegt in Informatik und Computational Neuroscience mit Diplomen von der ETH Zürich und der Humboldt Universität Berlin.

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