Dezentrale Credentials mit KILT

In einer zunehmend digitalen Welt wird die Kontrolle über Daten und Identität im Internet zu einer Herausforderung. Wenn es um digitale Vermögenswerte geht – die stark an Wert gewonnen haben – wird der Schutz der Daten für Einzelpersonen, Einrichtungen und Unternehmen noch wichtiger.

Genau dieses Problem will das „KILT Protocol“, ein Projekt im Polkadot-Ökosystem, angehen. KILT ist ein Blockchain-Protokoll für die Ausstellung von selbstsouveränen, anonymen, überprüfbaren Credentials und dezentralen Identifikatoren. Mit anderen Worten: Das Projekt bietet eine Möglichkeit, die Akkreditierung der realen Welt in die digitale Welt zu bringen.

Unternehmen können KILT nutzen, um ihr eigenes Akkreditierungssystem mit Hilfe des Software Development Kits (SDK) aufzubauen. Durch die Verknüpfung der Sicherheit von Blockchain mit realen Vertrauensquellen versucht das Projekt einen Weg zu finden, der es Einzelpersonen, Unternehmen und Regierungen ermöglicht, sich auf einen gewöhnlichen Standard zu verlassen. Dieser gehört allen Beteiligten und nicht einem einzelnen Unternehmen.

KILT als Parachain

Frühere Blockchains hatten unregelmässige und teure Kosten, was sie für den Einsatz in Unternehmen unpraktisch machte. Als Parachain im Polkadot-Ökosystem haben KILT-Transaktionen (die benötigt werden, um die Gültigkeit der Credentials auf der Blockchain zu registrieren) einen vorhersehbaren und niedrigen Preis. Diese vorhersehbaren Kosten werden es Unternehmen ermöglichen, einen Geschäftsplan und eine Budgetprojektion für ihre eigenen Bedürfnisse mit dem Protokoll zu erstellen.

Zusätzlich zu den Sicherheits- und Kostenvorteilen versucht KILT auch eine für beide Seiten vorteilhafte Beziehung mit anderen Blockchains im System herzustellen. Dabei werden Funktionalitäten wie Smart-Contract-Systeme und Oracles hinzugewonnen, während andere Blockchains mit Decentralized Identifiers (DIDs) und überprüfbaren Credentials versorgt werden.

Was kommt als nächstes?

Die Relay Chain des Polkadot-Netzwerks ist seit Mai 2020 live. Parachains werden derzeit auf dem Rococo-Testnetz ausprobiert und es wird erwartet, dass Parachain-Auktionen in der ersten Hälfte des Jahres 2021 beginnen werden.

Parachains werden zuerst auf Kusama – dem Canary-Netzwerk von Polkadot – eingerichtet. KILT möchte an den ersten Parachain-Auktionen teilnehmen und das Produkt auf Kusama lancieren, sobald ein Parachain-Slot gesichert wurde. Dies wird es ermöglichen, die Funktionalität zum frühestmöglichen Zeitpunkt zur Verfügung zu stellen.

Die Sicherung eines Kusama-Parachain-Slots wird KILT auch dem Mainnet-Launch und der vollständigen Dezentralisierung näher bringen. Das Projekt verfolgt das Ziel, eine zentrale Säule in der nächsten Generation des Webs zu sein, indem es Vertrauen aus der realen Welt auf die Blockchain bringt und einen Weg für Einzelpersonen schafft, ihre digitale Identität zurückzufordern.

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Über den Autor

Ingo Rübe

Ingo ist der Gründer und CEO von BOTLabs, der Firma, die das KILT-Protokoll entwickelt. KILT ist ein Blockchain-Protokoll zur Ausstellung selbstbestimmter, überprüfbarer, widerrufbarer, anonymer Zertifikate im Web3. Ingo gründete BOTLabs zusammen mit dem Minderheitsaktionär und Verlagshaus Hubert Burda Media, bei dem er von 2012 bis 2017 als CTO tätig war. In dieser Funktion hatte er das Drupal-basierte Burda Open Source CMS Thunder (www.thunder.org) initiiert und geleitet.

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