Libra Projekt gewinnt neuen Zahlungsdienstleister als Mitglied

Zuletzt meldete sich die in Genf ansässige Libra Foundation mit einem überarbeiteten Whitepaper und einem FINMA Gesuch für eine Bewilligung als Zahlungssystem zurück. Diese Woche wurde die Aufnahme eines neuen Mitglieds in der Form eines Zahlungsanbieters bekannt gegeben.

Ein weiteres Zahlungs-Start-up, in diesem Falle das britische Unternehmen Checkout.com wird sich der Libra-Vereinigung anschliessen und damit als Mitglied Nummer 24 fungieren.

Guillaume Pousaz, CEO und Gründer von Checkout.com hat die Neuigkeit in einer offiziellen Erklärung des Unternehmens bekannt gegeben. Der Konzern möchte nicht nur den technologischen Fortschritt hinter Libra unterstützen, sondern auch seinen Teil zum notwendigen Regulierungrahmen beitragen.

Regulierungsrahmen steht im Vordergrund

Laut dem Geschäftsführer des Unternehmens ist ein technischer Durchbruch ohne einen Regulierungsrahmen nicht möglich. Da eine sichere und stabile Zahlungsinfrastruktur für eine Massenanwendung zwingend notwendig ist, sind Regulierungen gegen systematischen Missbrauch essenziell.

Den Beitritt erklärt das Unternehmen damit, dass es von der Vision überzeugt ist, Milliarden von Menschen ohne Bankkonto Zugriff zu Finanzmitteln zu gewähren. Pousaz sieht in der Mission von Checkout.com Gemeinsamkeiten mit denen des Libra-Projekts und möchte Finanzdienstleistungen zum Besseren verändern.

Gewichtige Zahlungsdienstleister hatten dem Libra Projekt zuletzt den Rücken gekehrt

Nachdem in den vergangenen Monaten schon viele Top-Zahlungsunternehmen, wie beispielsweise Visa, Stripe und Mastercard die Libra-Vereinigung verlassen hatten, ist nun also wieder ein Zahlungsdienstleister an Bord. Die ausgeschiedenen Unternehmen haben das Projekt aufgrund von regulatorischen Bedenken bereits im Oktober 2019 verlassen.

Das Libra-Projekt soll laut dem Vorsitzenden (Dante Disparte) nun im vierten Quartal 2020 gestartet werden. Bereits Mitte April hatte die Libra Association eine Zahlungslizenz bei der Schweizer FINMA beantragt. Im Rahmen des Gesuchs hatte das Unternehmen zudem mehrere Anpassungen am Whitepaper veröffentlicht, welche das Projekt nun weiter voranbringen sollen.

Zusätzlich wird seit Neuestem von einem Zahlungssystem, welches über VASPs, wie beispielsweise Custodial Wallets und Kryptobörsen interagiert, ausgegangen. Das originale Whitepaper zielte noch auf ein erlaubnisloses System ab, welches disintermediäre Abwicklungen vorgesehen hatte. Auch soll ein „umfassendes System auf Netzwerkebene zur Bekämpfung der Geldwäsche (AML), zur Bekämpfung der Finanzierung des Terrorismus (CFT) und zur Durchsetzung von Sanktionen“ implementiert werden.

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