Was hat sich diese Woche rund um Blockchain und Kryptowährungen getan? Die relevantesten lokalen und internationalen Geschehnisse sowie ansprechende Hintergrundberichte pointiert und kompakt im Wochenrückblick.
Selektierte Artikel der Woche:
2021 zahlte Tether noch 41 Millionen USD an die CFTC – wegen irreführender Aussagen zu den eigenen Reserven. Jahrelang galt das Unternehmen als intransparenter Offshore-Emittent. Jetzt hat es gleich zwei Big-Four-Firmen engagiert. KPMG übernimmt das erste vollständige Audit der USDT-Reserven von 184 Milliarden USD. PwC bereitet in einer separaten Rolle die internen Systeme und Kontrollen vor. Bisher beschränkte sich Tether auf quartalsweise Attestierungen durch BDO Italia. Diese lieferten allerdings nur Momentaufnahmen ohne Prüfung interner Kontrollsysteme. S&P Global gab Tether noch 2025 eine „weak“-Bewertung. Trotzdem kontrolliert USDT inzwischen 60% des Stablecoin-Marktes. Der Jahresgewinn 2025 überstieg 10 Milliarden USD.
Tether beauftragt erstmals eine Big-Four-Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit einem vollständigen Audit der USDT-Reserven.
Bankenlobby und Coinbase bremsen gemeinsam das US-Kryptogesetz aus
Coinbase lehnte den CLARITY Act am 25. März zum zweiten Mal innerhalb von drei Monaten ab. Gleichzeitig drängen auch die amerikanischen Bankenverbände auf ein Verbot passiver Stablecoin-Erträge. Ihr Argument: Solche Yields könnten Einlagen aus dem traditionellen Bankensystem abziehen. Damit blockieren zwei Seiten mit völlig unterschiedlichen Motiven denselben Gesetzesentwurf. Coinbase schützt sein 1.35-Milliarden-Dollar-Geschäft mit USDC-Reserveeinnahmen. Die Bankenlobby schützt ihre Einlagenbasis. Der parteiübergreifende Tillis-Alsobrooks-Kompromiss scheitert somit an beiden Fronten. Dabei unterstützen andere Branchenakteure wie Ripple, a16z und Kraken den Entwurf. Die informelle Deadline bleibt Mai 2026 – danach dürfte der Midterm-Wahlkampf jede Krypto-Gesetzgebung verdrängen.
Coinbase blockiert den CLARITY Act – die Stablecoin-Yield-Bestimmungen bedrohen das 1.35 Mrd. USD schwere USDC-Geschäft der Krypto-Börse.
14 Billionen USD: US-Altersvorsorge könnte sich für Krypto öffnen
Das Weisse Haus hat am 24. März die Prüfung eines Regelvorschlags abgeschlossen. Dieser soll Kryptowährungen und andere alternative Anlagen in 401(k)-Plänen ermöglichen. Knapp 14 Billionen USD stecken in diesem System. Über 90 Millionen Amerikaner haben bislang keinen Zugang zu alternativen Investments. Kernstück ist ein regulatorischer Safe Harbor. Er schützt Arbeitgeber vor Klagen, wenn sie Krypto-Assets in ihre Pläne aufnehmen. Bereits ein Prozent des Marktes entspräche 140 Milliarden USD – mehr als die gesamten Nettomittelzuflüsse in US-Bitcoin-Spot-ETFs seit Januar 2024. Grundlage ist Trumps Executive Order vom August 2025. Nach einer öffentlichen Kommentierungsfrist von 30 bis 90 Tagen kann das Arbeitsministerium die finale Regelung erlassen.
Das Weisse Haus hat die Prüfung einer DOL-Regel abgeschlossen, die Krypto und alternative Anlagen in US-401(k)-Plänen erlauben würde.
Daten statt Narrativ: Bitcoin schlägt Gold im geopolitischen Stresstest
Bitcoin legte seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar rund 11% zu. Gold verlor im selben Zeitraum etwa 15%. Ein neuer JPMorgan-Report von Managing Director Nikolaos Panigirtzoglou untermauert damit erstmals mit Daten, was institutionell lange als unbelegte These galt: Bitcoin als geopolitische Absicherung. Die Kapitalströme bestätigen das Bild. Gold-ETFs verzeichneten in den ersten drei Märzwochen Abflüsse von rund 11 Milliarden USD. Bitcoin-Fonds hingegen verbuchten Nettozuflüsse. Gold notierte im Januar 2026 noch bei einem Rekordhoch von rund 5’500 USD pro Unze – aktuell sind es etwa 4’450 USD. An den CME-Futures blieben Bitcoin-Positionen stabil. Gold- und Silber-Futures erlebten dagegen massive Positionsauflösungen. Laut Panigirtzoglou ist die Marktbreite von Gold inzwischen unter jene von Bitcoin gefallen.
JPMorgan: Bitcoin übertrifft Gold und Silber seit dem Iran-Krieg. Gold-ETFs verlieren 11 Mrd. USD, Bitcoin-Fonds verzeichnen Zuflüsse.
Australiens drittgrösster Pensionsfonds wagt den Krypto-Direktzugang
Nicht nur in den USA öffnet sich die Altersvorsorge für Krypto. Hostplus, Australiens drittgrösster Pensionsfonds, will seinen 2.2 Millionen Mitgliedern ab Juli 2026 direkten Kryptowährungshandel anbieten. Der Fonds verwaltet rund 150 Milliarden AUD (105 Milliarden USD). Damit wäre Hostplus der erste grosse APRA-regulierte Pensionsfonds des Landes mit einem solchen Angebot. Bisherige Initiativen beschränkten sich auf indirektes Exposure via Futures. Die Nachfrage dafür ist da: Rund 25% der Australier wollen laut Branchenberichten über ihren Pensionsfonds in Krypto investieren. Selbstverwaltete Pensionsfonds hielten 2025 bereits 1.7 Milliarden AUD in Kryptowährungen – siebenmal mehr als 2021. Australiens Superannuation-System umfasst insgesamt 4.5 Billionen AUD.
Australiens drittgrösster Pensionsfonds Hostplus plant ein Krypto-Angebot für seine 2.2 Mio. Mitglieder ab Juli 2026.







