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    SEC geht gegen 100 Mio $ ICO Kik vor

    von Redaktion cvj.ch am 5. Juni 2019 Legal/Compliance

    Ab wann sind ICO Tokens securities? - Möglicher Präzedenzfall in den USA.

    Die SEC verfolgt derzeit einen prominenten Fall rund um die Kapitalaufnahme über Tokens, besser bekannt als ICO’s. Sie reichte in New York eine Klage gegen Kik Interactive ein. Der kanadischen Firma, welche eine Messaging App Plattform betreibt, wird vorgeworfen im Jahre 2017 einen nicht registrierten Wertpapierverkauf vollzogen zu haben. So konnte Kik über ein ICO, KIN Tokens im Wert von über 100 Millionen Dollar platzieren. Davon wurden rund 55 Millionen USD an US-Investoren verkauft.

    Die Klage wurde am 4. Juni eingereicht. Steven Peikin, Co-Director der SEC meinte dazu: "Kik entzog den Anlegern Informationen, auf die sie gesetzlich Anspruch hatten, und hinderte sie daran, fundierte Investitionsentscheidungen zu treffen."

    Konkret soll KIK bereits in den Jahren 2016 und 2017 massive Verluste eingefahren haben, welche die Bonität des Unternehmens gefährdete. So war eine Finanzierung über ein ICO der letzte Weg, die Firma am Leben zu halten. Über diesen Umstand seien die ICO Investoren zu wenig informiert worden.

    Rechtliche Grauzone ICO

    Während in der Schweiz zumindest gewisse FINMA Richtlinien existieren, welche ein ICO erfüllen muss, hält sich die SEC bis dato zurück mit solchen. Zwar warnte die SEC immer wieder Investoren vor den Risiken welche Tokensales oder ICO’s mit sich bringen. Sie verzichtete jedoch auf eine Gesetzgebung für digitale Token Verkäufe. Es besteht eine rechtliche Grauzone was deren Klassifizierung betrifft. Für die Klassifizierung der Token wurde in der Praxis gerne der Howey Test konsultiert um die Frage ob ein Token dem Wertschriftengesetz unterstellt ist oder nicht zu beantworten. Im Jahre 1946 entstanden durch einen Gerichtsfall (SEC v. Howey), wird er von vielen Markteilnehmern als ungeeignet erachtet, um Digitale Token im 21. Jahrhundert zu klassifizieren.

    CEO von Kik gibt sich kämpferisch

    Kik’s CEO Ted Linvingston begrüsst die Klage mit der Begründung, dass die SEC nun gezwungen wäre verbindliche Richtlinien für ICO’s zu erlassen. So hätten sie bereits Monate zuvor proaktiv den Kontakt zur SEC gesucht um eine Lösung zu finden. Auch wurde von Kik’s Seite eine Spendenseite namens Defend Crypto ins Leben gerufen. Sie hat den Zweck, Fälle wie den aktuellen gegen die SEC zu unterstützen und die Behörde in Richtung eines zeitgemässen Howey Tests zu führen.

    Alles in allem bleibt der Fall interessant. Schlussendlich sind gesetzliche Richtlinien von den Akteuren in der Krypto Branche mehr als erwünscht. Rechtlich klare Rahmenbedingungen würden die Planbarkeit von Projekten deutlich erleichtern.

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