Was hat sich diese Woche rund um Blockchain und Kryptowährungen getan? Die relevantesten lokalen und internationalen Geschehnisse sowie ansprechende Hintergrundberichte pointiert und kompakt im Wochenrückblick.
Selektierte Artikel der Woche:
Bybit, eine in Dubai ansässige Kryptobörse, meldete diese Woche einen massiven Sicherheitsvorfall, bei dem eine Gruppe von Angreifern Ethereum (ETH) im Wert von 1.5 Milliarden US-Dollar entwendete. Der Diebstahl geschah während eines routinemässigen internen Transfers. Bybit füllte das Loch durch eigene Mittel sowie einen externen Kredit, wobei genaue Details unklar bleiben. Obwohl dieser Vorfall keinen Einfluss auf die Nutzer hatte, sollte sich jedermann dem erheblichen Gegenparteirisiko zentralisierter Börsen bewusst werden. Durch die Blockchain-Technologie ist es möglich, digitale Assets völlig unabhängig von anfälligen Gegenparteien zu verwahren. Wer das ausreichende technische Wissen dafür hat, sollte diese Möglichkeit nutzen.
Der Bybit-Hack markiert den grössten Krypto-Diebstahl der Geschichte. Hacker entwendeten 1.5 Milliarden Dollar.
Die Hackergruppe hinter dem Bybit-Angriff
Kurz nach dem Angriff auf Bybit identifizierten Blockchain-Analysten die Hackergruppe Lazarus als Verantwortlichen. Auch bekannt als Guardians of Peace oder Whois Team, ist Lazarus eine Cyberspionage- und Hackergruppe, die mutmasslich von der nordkoreanischen Regierung betrieben wird. Die Gruppe wurde 2007 gegründet und wird mit zahlreichen hochkarätigen Cyberangriffen in Verbindung gebracht, darunter der Hack von Sony Pictures im Jahr 2014 und der digitale Überfall auf die Zentralbank von Bangladesch 2016. In den letzten Jahren taucht der Name auch öfter im Zusammenhang mit Krypto-Hacks im dreistelligen Millionenbereich auf. Insgesamt erbeutete Lazarus innerhalb der letzten Dekade über 5 Milliarden USD – über 20% des nordkoreanischen Bruttoinlandsprodukts (BIP).
Blockchain-Experten identifizierten die nordkoreanische Hacker-Gruppe Lazarus als Bybit-Angreifer. Doch was hat es mit der Gruppe auf sich?
Zug: 80% der Leute kennen Kryptowährungen
Vergangenen November führte CVJ.CH eine Umfrage an der Zürcher Bahnhofstrasse durch, um die Krypto-Kenntnisse der allgemeinen Bevölkerung zu erheben. Die Ergebnisse waren eher enttäuschend. 50% der Befragten wussten nicht, was Kryptowährungen sind. Die Hälfte der Personen, die Bescheid wussten, hatten eine negative Meinung dazu. Und nur 12% hatten in der Vergangenheit Kryptowährungen gekauft. In Zug, dem Herzen des Crypto Valley fielen die Antworten weitaus positiver aus. 80% der Befragten gaben Krypto-Kenntnisse an. Und 18% waren bereits investiert. Die stärkere Präsenz von Krypto-Unternehmen und kantonalen Initiativen scheint auch auf die Bevölkerung abzufärben.
Die Krypto-Umfrage in Zug zeigt ein gemischtes Bild: Viele sind über Kryptowährungen informiert, die Nutzung bleibt jedoch gering.
Eine Übersicht zu BNB
BNB ist der Börsentoken der führenden Krypto-Handelsplattform Binance. Ursprünglich 2017 als ERC-20-Token auf Ethereum gestartet, ist BNB inzwischen auf seine eigene Blockchain migriert und hat sich zu einem hybriden Exchange- und Utility-Token mit vielfältigen Anwendungsfällen entwickelt. Als erstes EVM-kompatibles Netzwerk konnten Entwickler ihre bestehenden Anwendungen von Ethereum migrieren, ohne den Code stark anpassen zu müssen. Dadurch ist BNB eines der am stärksten erprobten Netzwerke im Kryptobereich und hat sich in mehreren Stresstests erfolgreich bewährt. Beeindruckenderweise hat BNB im vergangenen Jahr – während der Fokus auf den „Big Three“ Bitcoin, Solana und Ethereum lag – unter dem Radar eine Performance von ca. 90% erzielt und alle drei übertroffen. Ein Blick auf die Gründe.
BNB, der Utility Token von Binance und BNB Chain, verspricht, DeFi-, KI- und Blockchain-Anwendungen zu revolutionieren.
Memecoins leiden unter Marktkorrektur
Ausserdem: Der Markt für Memecoins, insbesondere innerhalb des Solana-Ökosystems, befindet sich seit einigen Monaten in einem Abschwung. Marktdaten zufolge ist die gesamte Marktkapitalisierung von Memecoins im letzten Monat um 40% gesunken, was auf einen Rückzug aus spekulativen Investitionen hindeutet. Der Sektor litt besonders unter den kontroversen Lancierungen der „Promi-Coins“ wie TRUMP, MELANIA und LIBRA, deren Herausgeber Milliarden profitierten. Durch die tausenden an täglich erstellten Memecoins wird der Bereich zusätzlich verwässert.
Entdecken Sie die neuesten Trends auf dem Memecoin-Markt, der kürzlich einen erheblichen Crash erleiden musste.